Tasmanien ist ein Paradies für Wanderer. Wirklich! Egal, ob du kurze Spaziergänge mit Aussichtspunkt als Belohnung liebst oder dich nach langen, herausfordernden Wanderungen durch raue Berge sehnst – diese Insel bietet alles. Während unserer fast zweiwöchigen Rundreise sind wir an vielen Orten durch Wälder, entlang von Buchten, über Bergrücken und manchmal einfach durch den Regen gewandert. Und ehrlich: Jede Wanderung war anders.
In diesem Blog stelle ich dir die 10 schönsten Wanderungen vor, die wir gemacht haben (oder die auf unserer Wunschliste für das nächste Mal stehen). Manche sind kurz, andere ziemlich anspruchsvoll – aber alle absolut lohnenswert.

Das liest du in diesem Blog
1. Organ Pipes Track – Mount Wellington
Wir starteten unsere Reise mit einer anspruchsvollen Wanderung entlang der berühmten Organ Pipes am Mount Wellington, direkt außerhalb von Hobart. Dieser Weg führt dich an beeindruckenden Basaltsäulen vorbei, die wirklich wie riesige Orgelpfeifen aussehen. Die Aussicht unterwegs ist spektakulär – sofern das Wetter mitspielt. Bei uns wechselte es ständig: Sonne, Nebel, Regen und sogar Hagel an einem Nachmittag. Hier wanderst du wirklich in einem rauen Gebirge, das spürt man an allem. Die Wanderung selbst ist technisch nicht schwierig, aber das Wetter macht sie manchmal herausfordernd.
Die Organ Pipes kannst du auf verschiedene Arten erreichen. Wir wählten einen Teil des Weges ab The Springs und kehrten um, bevor wir mit dem Aufstieg zum Pinnacle begannen. Eine gute Wahl mit Jetlag und wechselhaftem Wetter.
Keine Lust zu wandern? Dann kannst du auch einfach bis zum Gipfel des Mount Wellington fahren und (ganz ohne Anstrengung) die Aussicht genießen.

2. Three Falls Circuit – Mount Field National Park
Mount Field ist einer der ältesten Nationalparks auf Tasmanien und bekannt für seine Wasserfälle und Riesenbäume. Der Three Falls Circuit ist eine wunderschöne Rundwanderung von etwa 6 Kilometern entlang der Lady Barron Falls, Horseshoe Falls und Russell Falls. Unser Tipp: Laufe ihn rückwärts – dann hast du die spektakulären Russell Falls als krönenden Abschluss.
Was diese Wanderung so besonders macht, ist die Abwechslung. Du läufst durch dichten Regenwald, an plätschernden Bächen vorbei und durch das Reich gigantischer Swamp Gums – die höchsten Blütenbäume der Welt. Und das Beste: Es war wunderbar ruhig. Besonders am frühen Morgen begegnet man kaum jemandem. Diese Wanderung lässt sich perfekt mit dem Tall Trees Walk kombinieren, der direkt anschließt.

3. Face Track via Lake Rodway – Cradle Mountain NP
Cradle Mountain ist eines der bekanntesten Naturgebiete Tasmaniens – und das zu Recht. Hier findest du ein weitläufiges Netz an Wanderwegen, von kurzen Rundwegen bis zu anspruchsvollen alpinen Touren. Wir hatten einen Plan, haben ihn aber unterwegs geändert. Schließlich sind wir den Face Track Richtung Lake Rodway gelaufen – eine anstrengende Tour von über 13 Kilometern mit vielen Auf- und Abstiegen. Aber wow… was für Ausblicke!
Du wanderst direkt an den ikonischen Gipfeln von Cradle Mountain vorbei, durch felsige Passagen und an Bergseen entlang. Das Wetter war typisch tasmanisch: Regen, Wind, Sonne – und das alles innerhalb einer Stunde. Aber genau das macht das Abenteuer komplett. Cradle Mountain ist ein Gebiet, in dem du problemlos mehrere Tage wandern kannst, ohne dich zu langweilen. Weitere schöne Routen sind zum Beispiel der Dove Lake Circuit (viel kürzer und leichter), der Aufstieg zum Marion’s Lookout und für die ganz Harten: der Overland Track über sechs Tage.

4. Wineglass Bay & Hazards Beach Circuit – Freycinet NP
Diese Wanderung stand schon lange auf unserer Liste. Wineglass Bay ist einer der ikonischsten Orte Tasmaniens und der Blick vom Sattel zwischen Mount Amos und Mount Mayson ist weltberühmt. Doch während die meisten nach dem Aussichtspunkt umkehren, sind wir weitergelaufen. Und das solltest du unbedingt tun, wenn du die Zeit hast.
Du steigst hinab zum Strand der Wineglass Bay – schneeweißer Sand, glasklares Wasser, fast keine anderen Menschen. Hier haben wir mit Blick auf den Ozean Mittag gegessen (und vergessen, ein Foto zu machen, oops). Danach geht es über den Isthmus Track weiter zum Hazards Beach und durch einen ruhigeren, wilden Teil des Parks zurück. Insgesamt sind wir etwa 12 Kilometer gelaufen und hatten unterwegs eine perfekte Mischung aus Strand, Wald und bergigem Gelände.

5. Summit Track – Ben Lomond National Park
Ben Lomond liegt etwas abgelegen, aber genau das macht ihn so besonders. Die Fahrt hinauf über Jacob’s Ladder ist schon ein Abenteuer – Haarnadelkurven ohne Leitplanke, Blick ins Tal, und plötzlich stehst du in einem verlassenen Alpendorf. Dort startet der Summit Track, eine relativ kurze Wanderung über ein raues Plateau mit bizarren Felsformationen und endloser Aussicht.
Es fühlte sich hier an, als wären wir auf dem Mond. Die Stille, die kahle Ebene, die hellgrauen Felsen. Unterwegs haben wir Wallabys, Vögel und sogar eine Schlange gesehen. Der Weg ist nicht immer gut ausgeschildert, daher ist eine Offline-Karte hilfreich. Aber verlaufen kannst du dich hier kaum: Die Landschaft ist offen und übersichtlich.

6. Cape Hauy Track – Tasman National Park
Diese Wanderung haben wir selbst nicht gemacht, aber sie stand weit oben auf unserer Liste. Cape Hauy liegt auf der Tasman-Halbinsel und bietet einen beeindruckenden Blick auf die raue Küste und steilen Klippen, für die Tasmanien so bekannt ist. Die Wanderung ist 10,1 km (hin und zurück), gut ausgebaut und ziemlich beliebt – aber die Natur ist hier so groß, dass du trotzdem das Gefühl hast, allein zu sein.
Unterwegs blickst du auf Dolerit-Säulen, die direkt aus dem Ozean ragen. Mit Glück siehst du Robben oder Albatrosse an der Küste. Diese Wanderung ist bekannt für ihr spektakuläres Finale: ein schmaler Pfad, der auf einer Felsnadel hoch über dem Meer endet. Nichts für Menschen mit Höhenangst, aber ein Muss für alle, die raue Küsten lieben.
Tipp: Fahre die Great Eastern Drive rund um den Tasman National Park!

7. Cape Raoul Track – Tasman National Park
Etwas weiter und anspruchsvoller als Cape Hauy ist der Cape Raoul Track. Diese Wanderung ist 15 Kilometer lang und führt dich durch Wald, über Klippen und zu einem Aussichtspunkt, den du so schnell nicht vergisst. Wir haben diese Route nicht selbst gelaufen, aber unterwegs viele Leute getroffen, die begeistert waren.
Was Cape Raoul so besonders macht, ist der Kontrast: Du startest im Wald, landest aber schließlich auf einer hochgelegenen Klippe mit Blick auf bizarre Felstürme im Meer. Hier weht oft ein kräftiger Wind und die Aussicht ist endlos. Diese Wanderung fordert die Beine, soll aber eine der schönsten auf Tasmanien sein.
Wir haben uns aber die Naturwunder des Tasman National Park angesehen, wie auf dem Foto oben!

8. Lake Dobson Circuit – Mount Field (alpiner Teil)
Nach unserer Wasserfallwanderung im Mount Field sind wir weiter nach oben gefahren – über eine Schotterstraße, die zum Lake Dobson führt. Hier startet eine kurze, aber schöne Rundwanderung um den See. Es fühlt sich an, als wärst du in einem ganz anderen Park: alpine Vegetation, stille Wälder, keine Menschenseele.
Die Wanderung selbst ist nicht schwer, vermittelt aber genau dieses „weg von allem“-Gefühl, das so typisch für Tasmanien ist. Ideal, wenn du einen ruhigen Nachmittags-Spaziergang ohne viel Aufwand suchst.

9. Tessellated Pavement & Umgebung – Tasman-Halbinsel
Okay, streng genommen ist das keine richtige Wanderung, aber es ist so besonders, dass es in diese Liste gehört. Das Tessellated Pavement ist eine geologische Formation an der Ostküste der Tasman-Halbinsel, bei der die Felsen wie ein perfekt verlegter Fliesenboden aussehen. Je genauer du hinschaust, desto verrückter wird es. Das Muster entstand durch natürliche Risse und Erosion – es sieht aus, als hätte ein Riese hier einen Küchenboden hinterlassen.
Vom Parkplatz aus gehst du in wenigen Minuten zum Strand. Am besten bei Ebbe, sonst ist alles unter Wasser. In der Umgebung gibt es mehrere Aussichtspunkte und kurze Trails, etwa zum Tasman Arch oder zur Devil’s Kitchen.

10. Enchanted Walk – Cradle Mountain
Zum Abschluss noch ein kurzer Spaziergang, der perfekt für den Start oder das Ende deines Tages ist: der Enchanted Walk in Cradle Mountain. Diese Wanderung dauert nur 20 Minuten, ist aber wirklich märchenhaft. Du läufst über Holzstege entlang eines plätschernden Bachs, durch dichten Wald mit Moos und Farnen – und mit etwas Glück siehst du hier Wombats.
Für Familien, alle, die sich einlaufen wollen oder einfach etwas Schönes ohne Anstrengung suchen, ist dies der ideale Trail. Wir haben ihn nach unserer großen Wanderung gemacht – es fühlte sich fast an, als wären wir in einer anderen Welt gelandet.
Welche Wanderung wählst du?
Tasmanien ist wirklich gemacht, um zu Fuß entdeckt zu werden. Es gibt so viel Natur, so viel Abwechslung und so viel Platz. Ob du ein erfahrener Hiker bist oder einfach schöne Spaziergänge liebst: Diese Insel enttäuscht nicht.
Und willst du noch mehr Wanderungen in der Region suchen, in die du reist? Dann nutze die AllTrails-App, um auf der Karte die besten Routen in deiner Umgebung zu finden.
Planst du eine Roadtrip durch Tasmanien? Dann lies unbedingt unseren Blog mit unserer Route und vielen Reisetipps!


