Der Grand Canyon Track ist für mich eine der schönsten Wanderungen in den Blue Mountains. Und das, obwohl man während eines großen Teils der Wanderung kaum etwas von den berühmten blauen Bergen sieht. Stattdessen steigt man tief in den Canyon hinab und läuft plötzlich zwischen riesigen Felswänden, Farnen, Bächen und kleinen Wasserfällen hindurch.
Ich bin den Grand Canyon Track während unserer Tage in den Blue Mountains gewandert und habe mich bewusst für die entgegengesetzte Richtung entschieden, als sie mir zum Beispiel bei AllTrails angezeigt wurde. Mein Grund? Ich wollte mir die Aussicht vom Evans Lookout als Belohnung für das Ende aufheben. Und im Nachhinein habe ich diese Entscheidung definitiv nicht bereut.
Die Wanderung selbst ist nicht extrem lang, aber unterschätze vor allem den Höhenunterschied nicht. Schließlich musst du zuerst in den Canyon hinab und anschließend auch wieder hinaus. Unten fühlt es sich manchmal so an, als wärst du in einer kleinen Märchenwelt gelandet. An manchen Stellen läufst du direkt an der Felswand entlang und musst dich sogar kurz ducken, um weitergehen zu können.
In diesem Blog erzähle ich dir alles über den Grand Canyon Track bei Blackheath, einschließlich meiner eigenen Erfahrung, Parkmöglichkeiten, der besten Laufrichtung und einiger Dinge, die du vorab wissen solltest.
Das liest du in diesem Blog
Grand Canyon Track im Überblick
Der Grand Canyon Track liegt bei Blackheath im Blue Mountains National Park, etwa 2 Autostunden von Sydney entfernt. Die offizielle Wanderroute ist ein etwa 6,3 Kilometer langer Rundweg und wird von NSW National Parks als Grade 3 eingestuft.
Für die vollständige Wanderung solltest du normalerweise etwa 3 bis 4 Stunden einplanen. Ich selbst bin den Abschnitt vom Grand Canyon Carpark durch den Canyon bis zum Evans Lookout in ungefähr 1,5 Stunden gelaufen. Das ist ziemlich schnell und definitiv nicht die Zeit, an der ich mich orientieren würde, wenn du entspannt wandern, Fotos machen und unterwegs regelmäßig anhalten möchtest.
Was du dir vor allem merken solltest: Die Distanz ist überschaubar, aber du machst ordentlich Höhenmeter. Innerhalb kurzer Zeit steigst du tief in den Canyon hinab und musst auf der anderen Seite über ziemlich viele Treppen wieder nach oben.
- Lage: Blackheath, Blue Mountains National Park
- Länge der vollständigen Runde: etwa 6,3 Kilometer
- Offizielle Wanderzeit: 3 bis 4 Stunden
- Schwierigkeitsgrad: Grade 3
- Route: gut ausgeschildert
- Startpunkt: Grand Canyon Carpark
- Mögliches Ziel: Evans Lookout
- Empfang: unten im Canyon hatte ich keinen Mobilfunkempfang
- Gut zu wissen: viele Treppen und einige steile Abschnitte
Parken am Grand Canyon Track
Ich habe kostenlos am Grand Canyon Carpark an der Evans Lookout Road geparkt. Für mich ist das auch der praktischste Ausgangspunkt.
Wenn du die komplette Runde wanderst, kommst du am Ende wieder am selben Parkplatz an. Zum Schluss musst du allerdings noch ein Stück an der Evans Lookout Road entlanglaufen. Ehrlich gesagt ist das nicht gerade der spannendste Teil der Wanderung, aber er gehört dazu, wenn du die vollständige Runde machen möchtest.
Ich selbst musste diesen letzten Abschnitt nicht laufen. Meine Frau hat mich nämlich am Evans Lookout abgeholt. Dadurch konnte ich die Wanderung direkt am Aussichtspunkt beenden.
Das ist eine schöne Möglichkeit, wenn ihr mit mehreren Personen unterwegs seid und nicht alle die Wanderung machen möchten. Bedenke allerdings, dass es am Evans Lookout nur wenige Parkplätze gibt. Gerade zu Stoßzeiten würde ich daher nicht automatisch davon ausgehen, dass du dort problemlos einen Parkplatz findest.

In welche Richtung sollte man den Grand Canyon Track wandern?
Das fand ich vorab eine der interessantesten Entscheidungen. Du kannst den Grand Canyon Track in beide Richtungen wandern. Am Ende musst du immer in den Canyon hinab und wieder hinaus, sodass du um Abstieg und Aufstieg ohnehin nicht herumkommst.
Ich habe mich dafür entschieden, die Wanderung entgegen der Richtung zu laufen, die mir AllTrails angezeigt hat. Ich startete am Grand Canyon Carpark und beendete die Wanderung am Evans Lookout.
Warum? Weil du dir so die Aussicht über die Blue Mountains bis zum Schluss aufhebst.
Einen großen Teil der Wanderung läufst du tief zwischen den Felswänden und durch den Regenwald. Dadurch siehst du wenig von der weiten Landschaft, für die die Blue Mountains so bekannt sind. Wenn du nach dem Aufstieg aus dem Canyon plötzlich am Evans Lookout ankommst, ändert sich das komplett. Auf einmal liegt das riesige Tal vor dir.
Ich fand das persönlich eine richtig schöne Belohnung am Ende der Wanderung. Ist diese Richtung zwangsläufig besser? Nein. Andersherum ist die Wanderung wahrscheinlich genauso schön. Aber wenn du gerne mit der großen Aussicht abschließen möchtest, würde ich dieselbe Richtung wählen.
Meine Erfahrung mit dem Grand Canyon Track
Sobald du mit dem Abstieg beginnst, verändert sich die Landschaft ziemlich schnell. Oben siehst du die typische Landschaft der Blue Mountains, doch je weiter du nach unten gehst, desto grüner wird es. Du läufst zwischen Farnen, an Bächen entlang und immer näher an den riesigen Felswänden.
Und irgendwann läufst du tatsächlich mitten durch den Canyon. Genau das fand ich an dieser Wanderung am schönsten.
Du schaust nicht nur von einem Aussichtspunkt nach unten, wie an so vielen anderen Orten in den Blue Mountains. Hier stehst du mittendrin. Die Felswände ragen über dir empor und an manchen Stellen wird der Weg ziemlich schmal. Hin und wieder musst du dich sogar etwas ducken, um unter den Felsen hindurchzukommen.
Zusammen mit dem vielen Grün, dem fließenden Wasser und den kleinen Wasserfällen hatte ich unten manchmal wirklich das Gefühl, durch eine Märchenwelt zu laufen. Das ist etwas völlig anderes als die bekannten Three Sisters und die großen Aussichtspunkte rund um Katoomba.
Genau das macht diese Wanderung so besonders. Möchtest du wissen, was wir sonst noch alles in dieser Region gemacht haben? Dann lies auch unsere ausführlichen Tipps für die Blue Mountains, unter anderem mit den Three Sisters, Scenic World, Katoomba Falls und Minnehaha Falls.

Wie anstrengend ist der Grand Canyon Track?
Ich würde den Grand Canyon Track als schöne, aber durchaus sportliche Wanderung beschreiben.
Technisch fand ich ihn nicht extrem schwierig. Der Weg ist gut ausgeschildert und du musst keine komplizierten Kletterpassagen bewältigen. Du solltest allerdings mit vielen Treppen und einem ordentlichen Höhenunterschied rechnen.
Du steigst nämlich relativ schnell in den Canyon hinab. Und was nach unten geht, muss natürlich auch wieder nach oben. Auf der anderen Seite wartet daher ein kräftiger Anstieg. Gerade dieser Abschnitt kann anstrengend sein, wenn du nicht regelmäßig wanderst.
Ich selbst war ziemlich zügig unterwegs und nach etwa 1,5 Stunden am Evans Lookout, aber die offizielle Wanderzeit für die vollständige Runde ist nicht ohne Grund deutlich länger. Nimm dir also ruhig Zeit.
An manchen Stellen kann der Weg außerdem rutschig sein. Unten ist es feucht, grün und geschützt. Gute Schuhe mit ausreichend Grip sind deshalb auf jeden Fall angenehm.
Kein Empfang im Canyon
Das ist ein praktischer Tipp, den ich vorher gerne etwas deutlicher gewusst hätte: Unten im Grand Canyon hatte ich keinen Mobilfunkempfang. Überhaupt keinen.
Zum Glück ist die Route sehr gut ausgeschildert und ich bin unterwegs genügend anderen Wanderern begegnet. Trotzdem solltest du hier nicht von Google Maps oder einer Route abhängig sein, die nur online verfügbar ist.
Lade deine Wanderroute deshalb vorher herunter. Du nutzt AllTrails? Dann speichere die Route offline, bevor du losgehst. Außerdem war ich allein unterwegs. Gerade dann ist es sinnvoll, dass jemand weiß, welche Wanderung du machst und ungefähr wann du zurück sein möchtest.
Ist der Grand Canyon Track stark besucht?
Erwarte hier keine Wanderung, bei der du stundenlang niemandem begegnest. Ich habe unterwegs ziemlich viele Menschen getroffen. Der Grand Canyon Track ist eindeutig beliebt, und das ist auch kein Wunder: Die Wanderung ist relativ kompakt, gut erreichbar und zeigt dir eine völlig andere Seite der Blue Mountains.
Trotzdem fand ich es nicht störend. Die Route ist lang genug und unterwegs gibt es ausreichend unterschiedliche Abschnitte, sodass du nicht ständig hinter derselben Wandergruppe herläufst.
Du möchtest mehr Ruhe? Dann würde ich, wie fast immer bei beliebten Wanderungen, früh starten. Besonders an Wochenenden und in Ferienzeiten kann es rund um Blackheath und auf den bekanntesten Wanderwegen voll werden.
Vorsicht nach starkem Regen
Ein bisschen Nässe gehört bei dieser Wanderung fast dazu. Der Canyon ist grün und feucht, wodurch Steine und Treppen rutschig sein können. Bei starkem Regen sieht die Sache allerdings anders aus.
Der Grand Canyon Track verläuft an mehreren Bächen entlang und überquert sie. NSW National Parks warnt deshalb davor, den Canyon kurz vor, während oder direkt nach starken Regenfällen zu betreten. Der Wasserstand kann schnell steigen.
Prüfe vor dem Start daher immer das Wetter und mögliche Warnungen von NSW National Parks. Während unserer Tage in den Blue Mountains hatten wir ziemlich viel Nebel und nasses Wetter. Das verlieh der Wanderung irgendwie sogar noch mehr Atmosphäre, aber Sicherheit geht natürlich vor.

Grand Canyon Track mit dem Evans Lookout kombinieren
Wenn du meiner Laufrichtung folgst, hebst du dir den Evans Lookout bis zum Schluss auf. Und für mich ist das ein richtig schöner Abschluss.
Nach all dem Grün und den schmalen Passagen im Canyon stehst du plötzlich wieder hoch über dem Tal. Vom Evans Lookout blickst du über das Grose Valley und siehst genau die typische Landschaft, wegen der man in die Blue Mountains kommt.
Habt ihr zwei Autos oder kann dich jemand abholen? Dann kannst du hier aufhören, so wie ich es gemacht habe. Andernfalls läufst du vom Evans Lookout zurück in Richtung Grand Canyon Carpark, um die komplette Runde zu beenden. Der letzte Abschnitt an der Straße ist wirklich nicht der Höhepunkt der Wanderung, aber zum Glück hast du das Schönste dann bereits gesehen.
Grand Canyon Track mit den restlichen Blue Mountains kombinieren
Du hast nur wenig Zeit in den Blue Mountains und möchtest eine etwas längere Wanderung machen? Dann würde der Grand Canyon Track bei mir sehr weit oben auf der Liste stehen.
Die bekannten Aussichtspunkte rund um Katoomba sind wunderschön, aber dort siehst du die Blue Mountains vor allem von oben. Während dieser Wanderung erlebst du die Landschaft dagegen von innen.
Wir kombinierten unsere Tage hier unter anderem mit den Three Sisters, Scenic World, Katoomba Falls, dem Night-Lit Walk und Minnehaha Falls. In unserem Blog über die Blue Mountains in Australien findest du unsere komplette Planung und unsere Erfahrungen.
Was solltest du auf den Grand Canyon Track mitnehmen?
- Gute Wander- oder Sportschuhe mit ausreichend Grip
- Ausreichend Wasser
- Einen kleinen Snack
- Eine Offline-Karte der Route
- Sonnencreme für die offenen Abschnitte
- Eine Regenjacke bei wechselhaftem Wetter
- Eventuell eine zusätzliche Kleidungsschicht
Unten im Canyon läufst du viel im Schatten und es kann sich kühler und feuchter anfühlen als oben an den Aussichtspunkten. Prüfe vor dem Start außerdem immer die aktuellen Bedingungen. In den Blue Mountains können Wanderwege aufgrund von schlechtem Wetter, Brandgefahr, Wartungsarbeiten oder Schäden vorübergehend gesperrt werden.
Übernachten am Grand Canyon Track
Du möchtest vor allem den Grand Canyon Track und den nördlichen Teil der Blue Mountains entdecken? Dann würde ich Blackheath als Ausgangspunkt wählen. Du bist deutlich näher an der Wanderung, als wenn du erst aus Sydney anreisen musst, und kannst morgens früh losgehen.
Wir selbst haben mit unserem Camper im Katoomba Falls Tourist Park übernachtet, weil wir mehrere Orte rund um Katoomba besucht haben. Du möchtest lieber in einem Hotel schlafen und der Grand Canyon Track steht weit oben auf deiner Liste? Dann sind dies drei Optionen in Blackheath:
Parklands Country Gardens & Lodges
Eine komfortablere Unterkunft in Blackheath mit viel Grün drumherum. Parklands liegt an der Govetts Leap Road und ist besonders interessant, wenn du dir nach dem Wandern etwas mehr Luxus gönnen möchtest. Das Hotel verfügt über geräumige Suiten und liegt außerdem praktisch für weitere Aussichtspunkte und Wanderungen rund um Blackheath.
Parklands Country Gardens & Lodges auf Booking.com ansehen
Kyah
Kyah liegt ebenfalls in Blackheath und ist ein modern renoviertes Motel in ruhiger Lage. Praktisch, wenn du mehrere Wanderungen in diesem Teil der Blue Mountains kombinieren und abends schnell wieder in deiner Unterkunft sein möchtest.
Gardners Inn Hotel
Suchst du vor allem einen einfachen Ausgangspunkt in Blackheath? Dann kannst du dir auch das Gardners Inn Hotel ansehen. Das Hotel liegt zentral im Ort und bietet kostenlose Parkplätze. Praktisch, wenn du mit einem Mietwagen durch die Blue Mountains reist.
Gardners Inn Hotel auf Booking.com ansehen
Du möchtest lieber selbst vergleichen? Alle Unterkünfte in Blackheath auf Booking.com ansehen.
Kein Auto? Die Blue Mountains von Sydney aus besuchen
Wir hatten während unserer Reise ein eigenes Fahrzeug, was für Wanderungen wie den Grand Canyon Track wirklich praktisch ist. Von Sydney kannst du auch mit dem Zug in die Blue Mountains fahren, aber für diese spezielle Wanderung gibt dir ein Auto deutlich mehr Freiheit.
Du hast kein eigenes Fahrzeug und möchtest vor allem die bekanntesten Highlights sehen? Von Sydney aus gibt es viele Tagestouren in die Blue Mountains. Sie konzentrieren sich meistens auf Orte wie die Three Sisters, Scenic World und verschiedene Aussichtspunkte. Für den Grand Canyon Track würde ich persönlich lieber genügend Zeit einplanen und nicht versuchen, ihn schnell in eine ohnehin volle Tagestour zu quetschen.
Lohnt sich der Grand Canyon Track?
Ja, absolut. Mehr noch: Für mich war das eine der schönsten Wanderungen unserer Reise durch Australien.
Nicht, weil du ständig spektakuläre Fernblicke hast, sondern gerade weil du in eine völlig andere Welt eintauchst. Oben stehst du zwischen den bekannten blauen Bergen und tiefen Tälern. Wenig später läufst du unten zwischen Farnen, Bächen und riesigen Felswänden.
Dazu kommen die schmalen Passagen, kleinen Wasserfälle und der kräftige Aufstieg zurück aus dem Canyon – und schon hast du eine Wanderung, die auf nur wenigen Kilometern erstaunlich viel bietet.
Mein Tipp? Starte am Grand Canyon Carpark, wandere in Richtung Evans Lookout und hebe dir diese riesige Aussicht über die Blue Mountains als Belohnung für das Ende auf.
Und lade deine Karte herunter, bevor du hinabsteigst. Denn unten in dieser kleinen Märchenwelt hatte ich tatsächlich absolut keinen Empfang.


