Es gibt keinen besseren Weg, einen Tag in Cradle Mountain zu beginnen, als früh aufzustehen! Um 07:45 Uhr treten wir aus unserer Mountain Cabin im Discovery Holiday Park und gehen zur Shuttlebus-Haltestelle. Es verspricht ein Tag voller Abenteuer in einem der berühmtesten Nationalparks Tasmaniens zu werden – eine echte Ikone der Insel. Vorteil des frühen Starts: Auf den Wanderwegen ist es noch angenehm ruhig!
Das liest du in diesem Blog
Das Wetter in Cradle Mountain bestimmt deine Wanderung
Wir starten unsere Wanderung bei typisch wechselhaftem Cradle-Mountain-Wetter: nebelig und regnerisch. Lass dich davon aber nicht abschrecken – hier scheint die Sonne im Schnitt nur an etwa fünfzig Tagen im Jahr! Das gehört einfach zur Erfahrung dazu. In den Broschüren wird auch darauf hingewiesen, dass das Wetter innerhalb von 48 Stunden von Sonnenschein zu Schnee umschlagen kann. Lass dich am Cradle Mountain Visitor Centre zu den für diesen Tag besten Routen beraten. Auch wir bekamen dort hilfreiche Tipps von der freundlichen Frau am Ticketschalter, obwohl wir eigentlich schon einen Plan hatten. Diesen haben wir schlussendlich doch angepasst. Sag einfach, wie weit du wandern möchtest, was deine Pläne sind und dass du gut ausgerüstet bist.



Unsere Wanderpläne
Unsere ursprüngliche Planung war eine anspruchsvolle Wanderung über Carter Falls, Wombat Peak und Carter Lake bis zum Marion Lookout. Doch gegen 10:15 Uhr, etwa auf halber Strecke an einem Aussichtspunkt, fühlen wir uns noch so energiegeladen, dass wir uns für einen herausfordernderen Weg entscheiden. Über AllTrails legen wir eine neue Route fest: den Face Track, weiter auf dem Lake Rodway Track mit Dove Lake als Endpunkt. Diese Erweiterung führt uns durch alpines Gelände und beinhaltet einiges an Kletter- und Kraxelpassagen. Das Schöne daran: Du wanderst direkt vor den markanten Gipfeln von Cradle Mountain entlang. Unser „Nachteil“: Diese wurden durch die Wolken erst sichtbar, als wir fast schon an ihnen vorbeigewandert waren. Trotzdem ein großartiges Erlebnis und am Ende eine Wanderung von fast 5 Stunden über 13 Kilometer.
Ein guter Plan für deine Wanderung ist hier auf jeden Fall hilfreich, denn in Cradle Mountain kannst du in alle Richtungen losziehen. Von einfachen Runden (zum Beispiel um den bekannten See) bis hin zu ganztägigen Touren ist alles möglich. Es ist klug, über AllTrails vorher deine Hausaufgaben zu machen, denn unterwegs hast du kein Internet.




Von der Wanderung zum Kletterabenteuer
Was als anspruchsvolle Wanderung begonnen hat, verwandelt sich schnell in das, was Jacco „Puzzles“ nennt. Wie klettert man hier am besten hinauf? Und wie kommt man dort wieder sicher hinunter? Der Trail wird immer herausfordernder, aber zum Glück bessert sich das Wetter und die Sonne lässt sich blicken!
Am Ende wird daraus eine sehr fordernde Wanderung über 13 Kilometer, für die wir rund 5 Stunden brauchen – und das sagt schon alles darüber, wie anstrengend diese Route war! Aber was für ein Erlebnis, mit atemberaubenden Ausblicken auf zerklüftete Gipfel, tiefe Flussschluchten und kristallklare Seen.

Wildlife beobachten in Cradle Mountain
Die Tierwelt macht unseren Tag perfekt! Wir entdecken während unserer Wanderung einen australischen Ameisenigel. Und am späten Nachmittag, nach einer wohlverdienten Dusche, fahren wir zu einem Sanctuary (Devils @ Cradle), um Tasmanische Teufel zu sehen. Diese einzigartigen Beuteltier-Raubtiere, die nur auf Tasmanien vorkommen, beeindrucken mit ihrem Geschrei und ihren scharfen Zähnen! Devils@Cradle, wie dieses Schutzgebiet heißt, liegt direkt vor dem Parkeingang und ist mit dem Auto erreichbar. Tagsüber kannst du einfach hineingehen oder verschiedene Touren buchen, bei denen die Tiere gefüttert werden.


Tasmanische Teufel bei Cradle Mountain beobachten
Der Tasmanische Teufel ist ein Beuteltier, das nur auf Tasmanien vorkommt. Es ist ein Fleischfresser – und das merkt man sofort. Sobald sie aktiv werden, hörst du das typische Knurren und Schreien. Ziemlich beeindruckend und, ehrlich gesagt, auch ein bisschen einschüchternd! Man versteht sofort, woher ihr Ruf stammt.
Was mir hier besonders gefallen hat: Du siehst sie so, wie sie wirklich sind – nicht als „niedliche Tiere“, sondern als robuste Raubtiere mit einer wichtigen Rolle im Ökosystem. Sie räumen Aas weg und halten die Natur im Gleichgewicht.
Und dann gab es da noch eine Überraschung.
Auf der Suche nach Wombats
Wir sehen im Sanctuary außerdem noch einen Quoll, ein Raubtier aus derselben Familie wie der Tasmanische Teufel. Diese sind deutlich „niedlicher“ als ihr berühmter Verwandter! Leider können wir keinen Wombat in freier Wildbahn entdecken. Wir sehen zwar viele Spuren ihrer Hinterlassenschaften, aber die Tiere selbst bleiben gut versteckt. Im Schutzgebiet sehen wir zum Glück wenigstens einen schlafenden Wombat.
Praktische Tipps für deinen Besuch in Cradle Mountain
- Kauf dir vorab deinen Parkpass – dieser ist für den Zugang zum Park verpflichtend. Den Parkpass benötigst du auch für andere Nationalparks in Tasmanien. Zusätzlich musst du den Zugang zu Cradle Mountain (inklusive Shuttlebus-Service) bezahlen, der 15 $ pro Person kostet.
- Nimm Kleidung für alle Wetterlagen mit – das Wetter kann hier extrem schnell umschlagen. Es handelt sich um alpines Gebiet und ist daher deutlich kälter als an deinem Ausgangspunkt!
- Starte früh mit deiner Wanderung, um das beste Erlebnis zu haben. Gegen Mittag ist der Park voller Besucher, die vor allem für die „einfachen“ Aussichtspunkte kommen.
- Informiere dich vorab über die Shuttlebus-Zeiten. Er fährt von 8 bis 18 Uhr und etwa alle 10 Minuten.
- Lade dir die AllTrails-App für zuverlässige Karten oder zur Planung deiner Route herunter. Die Wege sind vor Ort zwar gut ausgeschildert, aber eine Karte hilft immer.
- Nimm ausreichend Wasser und Snacks mit. Wenn du länger unterwegs bist, bist du schnell 3 bis 6 Stunden auf den Beinen.
- Trage robuste Wanderschuhe, insbesondere für die anspruchsvolleren Trails.
Entdecke Cradle Mountain!
Hat sich der Besuch von Cradle Mountain gelohnt? Absolut! Auch wenn wir keine perfekten Wetterbedingungen hatten, macht die Kombination aus rauer Natur, anspruchsvollen Wanderungen und einzigartiger Tierwelt diesen Ort zu einem unvergesslichen Stopp auf deiner Reise durch Tasmanien. Und die Mountain Cabin in Laufdistanz zum Park? Perfekt, um sich von all der Kletterei zu erholen!
Reist du übrigens mit Camper oder Zelt? Dann findest du auf den Campingplätzen in der Nähe des Parks ebenfalls sehr gute Übernachtungsmöglichkeiten.


