Manche Tiere möchte man einfach unbedingt live sehen. Nicht in einem Buch, nicht bei National Geographic, sondern dort, wo sie hingehören. Denn wenn du nach Tasmanien reist, musst du doch einen Tasmanischen Teufel gesehen haben? Vielleicht wegen ihres Namens, vielleicht wegen dieses furchterregenden Geschreis oder einfach weil sie nur hier vorkommen. Auf unserer Tasmanien-Reise ist es uns gelungen: Wir haben sie gesehen. Und nicht nur einmal. Nur nicht in freier Wildbahn. Das ist praktisch unmöglich.
Tasmanien ist der beste Ort der Welt, um Tasmanische Teufel zu sehen. In der Wildnis, aber auch in speziellen Naturschutzparks und Sanctuaries, wo Schutz und Erlebnis Hand in Hand gehen. In diesem Blog teile ich, wo du sie sehen kannst, was du erwarten kannst und unsere eigenen Erfahrungen bei Cradle Mountain und Tasman National Park.
Das liest du in diesem Blog
Was ist ein Tasmanischer Teufel eigentlich?
Der Tasmanische Teufel ist das größte fleischfressende Beuteltier der Welt und kommt nur auf Tasmanien vor. Das Tier ist kompakt, muskulös und sieht mit seinem schwarzen Fell und den weißen Brustflecken ziemlich harmlos aus… bis es den Mund aufmacht. Das Geschrei klingt, als würde etwas Schreckliches passieren, und ihre Zähne machen sofort klar, dass du Abstand halten solltest. Schau und höre dir das mal in dem untenstehenden Video an, das ich gedreht habe.
Sie sind vor allem nachtaktiv und leben solitär. Tagsüber siehst du sie selten in der Wildnis, was das Spotten extra schwierig macht. Genau deswegen sind spezielle Orte wie Sanctuaries so beliebt (und ehrlich gesagt auch so wertvoll). Die Gehege sind nicht rein für Touristen gemacht, sondern gerade zum Schutz der Tiere wegen einer schweren Tumorerkrankung, die unter Tasmanischen Teufeln umgeht. Dein Besuch sorgt für Einnahmen, um dieses Projekt am Laufen zu halten.

Tasmanische Teufel bei Cradle Mountain spotten
Nach einem langen Tag Wandern im Cradle Mountain National Park – einer der schönsten Orte Tasmaniens – machen wir etwas, auf das ich den ganzen Tag heimlich hinfieber. Ende Nachmittag, nach einer schönen Dusche, fahren wir noch zu einem Shelter in der Nähe von Cradle Mountain, um Tasmanische Teufel zu spotten.
Und ja: da sind sie.
Der Tasmanische Teufel ist ein Beuteltier, das nur auf Tasmanien vorkommt. Es ist ein Fleischfresser und das merkt man sofort. Sobald sie aktiv werden, hörst du das typische Knurren und Schreien. Ziemlich beeindruckend… und ehrlich gesagt auch ein bisschen einschüchternd 😈. Du verstehst sofort, woher ihr Ruf kommt.
Was ich hier schön fand, ist, dass du sie siehst, wie sie wirklich sind: nicht als „süßes Tier“, sondern als robustes Raubtier mit einer wichtigen Rolle im Ökosystem. Sie räumen Kadaver weg und halten die Natur im Gleichgewicht.

Und dann gab es noch eine Überraschung.
Das letzte Foto, das ich gemacht habe, war gar kein Tasmanischer Teufel, sondern eine Quoll. Das sind auch Raubtiere und Verwandte des Tasmanischen Teufels. Sie kommen in Australien und Neuguinea vor und ähneln sich in Jagdtechnik und Ernährung ziemlich. Nur… diese sind süßer. Und ehrlich: das gesprenkelte Fell hilft da schon.
The Unzoo: ein besonderes Treffen mit tasmanischen Tieren
Bevor wir zum Flughafen fuhren für unseren Abflug aus Tasmanien, machten wir noch einen letzten Stopp bei The Unzoo. Das ist kein traditioneller Zoo, sondern ein Ort, der nach dem sogenannten Unzoo-Konzept arbeitet. Das bedeutet, dass die Tiere hier so natürlich wie möglich in einer offenen Umgebung leben, mit Raum für ihr eigenes Verhalten und ihren Rhythmus. Keine Käfige oder Betonverblijf, sondern ausgedehnte Bereiche, in denen die Tiere frei herumlaufen können.
The Unzoo konzentriert sich vor allem auf einheimische australische Tiere wie Wallabies, Vögel, Kängurus und natürlich die Tasmanischen Teufel. Für uns ging hier wirklich ein Traum in Erfüllung: Wir konnten die freundlichen Kängurus streicheln und füttern. Etwas, das du in der Wildnis natürlich nie tust. Diese Tiere sind durch frühere Aufnahmen nicht mehr für ein Leben in der Natur geeignet, aber das Füttern schien ihnen kein bisschen zu stören.

Auch die Tasmanischen Teufel haben großen Eindruck gemacht. Diese einzigartigen Raubtiere gibt es nur auf Tasmanien und ihre Population ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch gesunken: von geschätzt einer Million Tieren auf nur noch wenige Zehntausend. Das liegt hauptsächlich an der ansteckenden Tumorerkrankung (DFTD), die enormen Schaden angerichtet hat. Aufzuchtzentren wie The Unzoo spielen daher eine wichtige Rolle beim Schutz der Art und der Wiederauswilderung resistenter Tiere. Willst du mehr darüber wissen, kannst du es online nachschlagen – manche Bilder sind allerdings ziemlich heftig anzusehen. Gerade weil sie jahrelang von Krankheiten wie Devil Facial Tumour Disease (DFTD) bedroht sind.
Kann man Tasmanische Teufel in freier Wildbahn sehen?
Ja, aber… es ist schwierig.
Tasmanische Teufel sind nachtaktiv, scheu und leben oft abgelegen. Die Chance, einfach so einen auf einer Wanderung zu treffen, ist gering. Manchmal siehst du sie bei Dämmerung am Straßenrand (leider oft auch als Verkehrsunfall), aber wirklich „spotten“ ist keine Garantie.
Willst du sie sicher sehen, sind Orte wie:
- Devils@Cradle
- The Tasmanian Devil Unzoo
- Bonorong Wildlife Sanctuary
- East Coast Natureworld (Devils in the Dark)
eine viel bessere Wahl. Du siehst die Tiere aus der Nähe und unterstützt gleichzeitig den Naturschutz.
Warum sind Tasmanische Teufel so besonders?
Was mir im Gedächtnis bleibt, ist der Kontrast. Einerseits sind sie laut, rau und fast furchteinflößend. Andererseits sind sie verletzlich und völlig auf diese Insel angewiesen.
Dass du sie nur hier sehen kannst, macht es extra besonders. Und wenn du sie erst einmal gehört, gesehen und hautnah erlebt hast, verstehst du, warum das für viele Reisende eines der Highlights Tasmaniens ist.
Praktische Tipps, um Tasmanische Teufel zu sehen
- Kombiniere einen Besuch mit Orten, wo du sowieso bist, wie Cradle Mountain oder Tasman National Park
- Geh lieber in ein Sanctuary als auf Glück in der Wildnis zu hoffen
- Abend- oder Dämmerungstouren bieten das beste Erlebnis, denn dann werden sie selbst aktiv
- Halte immer Abstand und respektiere die Tiere
- Sieh es nicht nur als „Angucken“, sondern auch als Beitrag zum Schutz


