Neuseeland

Christchurch: Von Erdbebenstadt zum pulsierenden Hotspot Neuseelands

Christchurch Von Erdbebenstadt zum pulsierenden Hotspot Neuseelands

Christchurch ist die größte Stadt der Südinsel und für viele Reisende der Start- oder Endpunkt ihrer Rundreise durch Neuseeland. Der internationale Flughafen liegt hier, also ist die Chance groß, dass man ohnehin hier landet. Ehrlich gesagt: Unsere Erwartungen waren nicht hoch. Christchurch klang für uns vor allem nach einem praktischen Stopp nach all der Natur. Aber es stellte sich heraus, dass die Stadt ziemlich cool ist! Wir waren positiv überrascht von der Atmosphäre, der Kreativität (sichtbar in der vielen Kunst in der Stadt), der jüngeren Geschichte des Erdbebens und der großartigen Gastronomie. Alles darüber liest du in diesem Blog!

Die Erdbeben von Christchurch und Quake City

In den Jahren 2010 und 2011 wurde Christchurch schwer von Erdbeben getroffen. Am 4. September 2010 erschütterte ein Beben mit einer Stärke von 7,1 auf der Richterskala erstmals heftig die Stadt. Das Epizentrum lag bei Darfield, 40 km außerhalb der Stadt. Da es mitten in der Nacht passierte, gab es wie durch ein Wunder keine Todesopfer, obwohl mehr als hundert Menschen verletzt wurden und viele Gebäude schwere Schäden davontrugen.

Erdbeben Christchurch 2010

Keine sechs Monate später, am 22. Februar 2011, folgte ein weiteres Beben der Stärke 6,3, diesmal mit einem Epizentrum viel näher am Zentrum. Dieses Mal gab es Opfer: 185 Menschen kamen ums Leben und große Teile des Zentrums stürzten buchstäblich ein. Noch heute sieht man überall in der Stadt Spuren dieser Katastrophe. Vielleicht erinnerst du dich aus den Nachrichten daran, denn es ging 2011 weltweit durch die Medien.

Wir starteten unseren Tag in Christchurch im Quake City Exhibition. Dieses Museum erzählt die Geschichte des Erdbebens und vor allem die der betroffenen Menschen. Man erfährt, was in den ersten Stunden geschah und sieht auch viele (große) Objekte, die zerstört wurden. Bewegend, aber auch hilfreich, um zu verstehen, wie Christchurch seitdem wiederaufgebaut wurde – oder an vielen Orten noch immer wird.

Ein weiterer beeindruckender Ort ist die Installation „185 White Chairs“ in der Cashel Street. Jeder Stuhl symbolisiert eines der Opfer. Alle sind ein wenig unterschiedlich, genau wie die Menschen, die ums Leben kamen. Ein Platz, an dem man wirklich innehält.

Christchurch Straße

Bummeln durch das Stadtzentrum

Nach Quake City spazierten wir in die Stadt. Wir hatten eine nette Einführung von unseren Hotelmanagern bekommen (die am Tag des Bebens auch draußen auf der Straße waren und genau erzählten, wo sie sich befanden) und liefen von dort ins Zentrum. Dort sah man beispielsweise deutlich, dass bestimmte Gebäude leer standen, einfach weil sie noch nicht sicher waren. Auch die lokale Kirche war noch im Wiederaufbau, was noch eine Weile dauern würde. Überall in der Stadt wurde gebaut, um Christchurch zu erneuern. So entsteht eine schöne Mischung aus Alt & Neu.

  • Street Art – halte die Augen offen, denn an fast jeder Ecke taucht ein farbenfrohes Wandbild auf. Christchurch ist mittlerweile dafür bekannt.
  • ChristChurch Cathedral (Cathedral Square) – die alte Kathedrale wurde beim Erdbeben 2011 schwer beschädigt, aber die Ruine ist immer noch am zentralen Platz zu sehen. Mittlerweile hat auch der Wiederaufbau begonnen. Der Platz selbst bleibt ein zentraler Treffpunkt.
  • Cardboard Cathedral (auch Transitional Cathedral genannt) – dies ist die temporäre Ersatzkathedrale, entworfen vom japanischen Architekten Shigeru Ban. Gebaut aus Papphülsen, Glas und Stahl.
  • Bridge of Remembrance – beeindruckende Bogenbrücke, die an neuseeländische Soldaten erinnert. Sie liegt mitten im Zentrum und ist auch ein schöner Fotospot (siehe unten).
Bridge of Remembrance in Christchurch Neuseeland

Unterwegs mit Tram oder E-Scooter

Das Zentrum von Christchurch ist kompakt, aber groß genug, dass man nicht alles zu Fuß machen möchte. Zwei schöne Optionen:

  • Lime-Scooter – die elektrischen Roller sieht man überall. Einfach über die App aktivieren und durch die Stadt düsen.
  • Historische Tram – eine 50-minütige Fahrt entlang von 17 Haltestellen. Man kann den ganzen Tag ein- und aussteigen. Kostet etwa 25 Dollar und ist natürlich ein Erlebnis in einer so nostalgischen Straßenbahn!

Botanische Gärten & Hagley Park

Was uns am meisten überrascht hat? Die Christchurch Botanic Gardens. Wir erwarteten einen kleinen Stadtpark, aber das entpuppte sich als riesige grüne Oase voller Palmen, Blumen und alter Bäume. Nach Wochen in Neuseelands Natur hatten wir davon immer noch nicht genug.

Auch der Hagley Park ist herrlich zum Spazierengehen oder Picknicken. Kein Wunder, dass Christchurch als The Garden City bekannt ist.

Tipp: Miete dir ein Fahrrad oder gehe „punting“ auf dem Avon River – eine Art Gondelfahrt durch die Gärten. Sehr entspannt!

Christchurch Gastronomie

Foodie-Hotspots in Christchurch

Nach einem Tag zu Fuß hatten wir Hunger – und in Christchurch ist man dafür genau richtig. Besonders rund um den Riverside Market wird man fündig. Hier konzentriert sich die hippe Gastro-Szene, mit einer Foodhall, die an die Markthalle in Rotterdam erinnert. Riesige Auswahl, viel Leckeres und natürlich auch Drinks zum Genießen!

  • Riverside Market – unser Favorit! Eine Foodhall voller Stände, an denen man alles Mögliche probieren kann. Wir gönnten uns hier ein Eis und sahen, dass auch die Locals ebenso begeistert waren.
  • Little High Eatery – eine gemütliche Foodmarket mit Küchen aus aller Welt: Koreanisch, Thailändisch, Mexikanisch, Japanisch. Bezahlbar und lecker.
  • Smash Palace – eine Bar in einem alten Bus, komplett mit Lichterketten, Containern und Musik. Hierher kommt man für Bier und Burger.
Christchurch Riverside Gastronomie

Weitere Aktivitäten in Christchurch

Wir haben an einem Tag vor allem die Highlights gesehen, aber es gibt natürlich noch viel mehr zu erleben. Wir haben es nicht geschafft, aber es hängt davon ab, was dich interessiert!

  • Christchurch Gondola – Seilbahn zu den Port Hills für einen überwältigenden Blick auf Stadt und Küste.
  • Cardboard Cathedral – eine einzigartige Kathedrale aus Karton und Glas, Symbol für Resilienz nach dem Erdbeben.
  • Canterbury Museum & Art Gallery – perfekt, wenn man mehr Kultur und Geschichte erleben will.
  • International Antarctic Centre – interaktives Erlebnis von Antarktis-Abenteuer, sehr beliebt bei Familien.
  • Tagesausflug nach Akaroa – malerischer Küstenort, etwa eine Stunde entfernt, bekannt für französische Einflüsse und Delfin-Touren.

Oder lass dich inspirieren von den verschiedenen Touren, die man von Christchurch aus buchen kann:

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Wo übernachten in Christchurch

Christchurch bietet zahlreiche Hotels und Hostels, von einfachen Betten bis hin zu luxuriösen Suiten. Wir selbst übernachteten im Sudima Christchurch City und das war wirklich ideal. Man läuft direkt ins Zentrum und das Auto kann sicher auf dem eigenen Parkplatz abgestellt werden.

Willst du in einem anderen Teil der Stadt suchen oder Preise vergleichen? Dann schau dir diese praktische Karte an.

Tipp: Bleibe eine Nacht, wenn Christchurch für dich hauptsächlich ein Zwischenstopp ist. Willst du die Stadt wirklich entdecken, sind zwei Nächte entspannter.

Von Tekapo nach Christchurch (oder umgekehrt) fahren

Wir starteten am Lake Tekapo (mit Sternengucken am Lake Tekapo und dem bekanntesten Berg Neuseelands, Mount Cook) in Richtung Christchurch – eine Fahrt von fast drei Stunden. Unterwegs kamen wir durch einige Dörfer und Stops, die sich lohnten, auch wenn dies definitiv nicht die atemberaubendste Strecke Neuseelands ist.

  • Burkes Pass – entdeckt 1855 von Europäern. Hier öffnet sich der Blick auf riesige Ebenen, die damals schon für Schafe genutzt wurden. Ein unerwartetes Highlight ist Three Creeks, eine verrückte Mischung aus Retro-Sammlerstücken, Kunstwerken, Möbeln, Oldtimern und einer Tankstelle aus den 1950ern. Lonely Planet bezeichnet diesen Spot nicht umsonst als must see.
  • Geraldine – ein charmantes Landstädtchen am Waihi-Fluss. Dort gibt es Boutiquen voller Kunst und Handwerk sowie die bekannte Barkers Foodstore and Eatery.
  • Rakaia Gorge Bridge – wenn man einen Umweg fährt, gelangt man zu dieser schmiedeeisernen Brücke aus den 1880er-Jahren. Schmal, alt, mit traumhaftem Blick auf den türkisfarbenen Rakaia-Fluss und die Südalpen. Unbedingt ein Fotostopp!

Wenn du gerade die ganze Südinsel umrundet hast, wirst du dich daran gewöhnen müssen, dass der Verkehr langsam wieder dichter wird. Wenn du deine Reise hingegen hier beginnst, gute Nachrichten: Die Natur wird ab hier immer spektakulärer!

Christchurch Kunst

Christchurch als Start- oder Endpunkt

Für uns war Christchurch der letzte Stopp einer großartigen Reise. Wir packten unsere Koffer, stießen noch einmal an und flogen am nächsten Morgen nach Hause. Aber Christchurch kann genauso gut der Anfang deines Abenteuers sein. Dank des internationalen Flughafens startest du hier problemlos deine Roadtrip-Tour über die Südinsel.

Für uns ist Christchurch eine nette Stadt mit spannender jüngerer Geschichte und toller Gastronomie. Sie ist kreativ, grün (dank der wunderschönen Botanischen Gärten) und lebendig mit einer Mischung aus Historie und Moderne. Ein Tag reicht dafür, finden wir. Aber nach einer langen Fahrt durchs Land ist es herrlich, wieder eine Stadt mit einer lebendigen Gastro-Szene zu erleben.

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