Wandern ist für mich die beste Art, ein Reiseziel wirklich kennenzulernen. Du siehst nicht nur die Highlights, sondern der Weg dorthin ist oft der eigentliche Sieg mit genau diesem einen Bild, das du vielleicht von dieser Webseite oder den sozialen Medien kennst. Unterwegs triffst du auf Wildtiere, unterhältst dich mit Einheimischen oder anderen Reisenden, und natürlich hast du hinterher das wunderbare Gefühl der Wanderung in deinen Beinen. In den letzten Jahren bin ich einige Wanderungen gegangen, die mir immer im Gedächtnis bleiben werden. Sind das die schönsten Wanderungen der Welt? Wahrscheinlich nicht. Dafür habe ich noch viel zu wenig von der Welt gesehen. Aber dies sind die 13 schönsten Wanderungen, die ich bisher gemacht habe.
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1. Tongariro Alpine Crossing (Neuseeland)



Für uns war die Tongariro Alpine Crossing der Höhepunkt unserer Rundreise durch Neuseeland. Die Tongariro Alpine Crossing ist eine der beliebtesten Wanderungen in Neuseeland. Die 19,4 Kilometer lange Strecke führt durch eine atemberaubende Landschaft aus Vulkanen, Kratern, Seen und Gletschertälern und endet sogar in einem kleinen Stück Regenwald. Die Fotos zeigen, wie fantastisch schön das ist.
Die Wanderung dauert ungefähr 5,5 Stunden, in der Praxis bist du durch viele Fotostopps eher 7 bis 8 Stunden unterwegs. Schließlich bist du ja auch zum Genießen der Natur hier!
Unterschätze deine Tongariro-Wanderung nicht. Ja, sie ist auch für Untrainierte machbar, aber du musst eine kräftige Steigung zum Gipfel überwinden. Dort bist du nach 2 bis 3 Stunden (je nach Tempo), danach folgt größtenteils der Abstieg. Unterwegs wirst du viele Temperaturschwankungen erleben. Auf dem Gipfel habe ich eine Mütze getragen, am Ende der Tour lief ich in Shorts.
Praktisch:
- Länge: 19,4 km (einfache Strecke, Shuttle nötig)
- Dauer: 6–8 Stunden
- Schwierigkeit: schwer, viele Steigungen
- Beste Tipp: Starte so früh wie möglich, um den Andrang zu umgehen

2. Hooker Valley Track (Neuseeland)
Nach Tongariro dachte ich: Es kann nicht besser werden. Doch dann stand ich im Mount Cook Nationalpark. Der Hooker Valley Track ist keine schwere Wanderung, aber die Ausblicke sind einfach unglaublich. Hängebrücken schwanken über dem Fluss, die Berge spiegeln sich in den Gletscherseen und Mount Cook thront am Ende imposant über allem. Diese Wanderung ist in Neuseeland sehr beliebt – zu Recht. Ein echtes Muss für deine Bucketlist!
Praktisch:
- Länge: 10 km Hin- und Rückweg
- Dauer: 3 Stunden
- Schwierigkeit: einfach
- Beste Tipp: Gehe bei Sonnenaufgang oder -untergang, das Licht ist dann magisch
- Prüfe, ob die Route geöffnet ist. 2025/2026 finden zum Beispiel Arbeiten statt.


3. Preikestolen (Norwegen)
Wandern ist in Norwegen fast eine Nationalsportart. Der Aufstieg zum Preikestolen – 604 Meter über dem Lysefjord – ist beliebt, aber auch eine Wanderung, die du unbedingt gemacht haben solltest. Die Aussicht vom Felsen ist atemberaubend (wenn das Wetter mitspielt, klar)! Aber ich warne dich: Du bist nicht der erste Tourist, der die Preikestolen-Wanderung macht. Im Durchschnitt erklimmen jährlich über 350.000 Besucher den ikonischen Pulpit Rock. Besonders die flache Spitze zieht viele an. Sie ragt ein Stück über den Fjord hinaus und du kannst ihn von oben fotografieren.
Praktisch:
- Länge: 8 km Hin- und Rückweg
- Dauer: 4 Stunden
- Schwierigkeit: mittel-schwer
- Beste Tipp: Nimm Regenkleidung mit – das Wetter ändert sich ständig

4. Cradle Mountain (Tasmanien)
Tasmanien fühlte sich für mich wie Australien im Kleinformat an: rau, grün und unberührt. Im Cradle Mountain Nationalpark machten wir mehrere Wanderungen – oder besser gesagt eine Kombination davon (wegen des wechselhaften Wetters). Das fühlt sich fast wie Neuseeland an, aber mit weniger Touristen. Auch wenn wir kein perfektes Wetter hatten, machen die Kombination aus rauer Natur, anspruchsvollen Wanderungen und einzigartiger Tierwelt diesen Ort zur beliebtesten Wanderung Tasmaniens (ein Ort, den man nicht einfach so besucht). Und diese Berghütte in Laufnähe, wie oben gezeigt? Dafür muss man nicht viel tun. Wir sind zum Berg hinaufgeklettert!
Praktisch:
- Länge: variabel (2 bis 8 Stunden)
- Dauer: abhängig von der Route
- Schwierigkeit: mittel-schwer
- Du musst mit einem Shuttle-Bus hineinfahren

5. Svartifoss (Island)
In Island stolpert man fast über Wasserfälle, aber Svartifoss ist wirklich einzigartig. Die schwarzen Basaltsäulen dahinter wirken wie eine Orgel aus Stein. Der Weg dorthin ist nicht lang, aber abwechslungsreich: Du wanderst über Hügel, entlang von Bächen und siehst unterwegs kleinere Wasserfälle. Vorteil: Island ist nah und ideal für eine (kurze) Roadtrip.
Praktisch:
- Länge: 3 km Hin- und Rückweg
- Dauer: ca. 1 Stunde
- Schwierigkeit: einfach


6. Swartberg & Umgebung (Südafrika)
In Südafrika kombinierten wir Autorouten mit kurzen Wanderungen. Die Swartberg-Passfahrt war schon ein Abenteuer, aber die Stopps unterwegs machten es komplett. An Aussichtspunkten stiegen wir aus, wanderten kurze Strecken und standen plötzlich über einem scheinbar endlosen Tal. Du musst hier also nicht alles wandern … oder alles fahren. Beides ist möglich! Das machte die Wanderung für mich besonders einzigartig. Und abends? Sternenhimmel, so hell, dass du die Milchstraße sehen konntest.
Praktisch:
- Länge: variabel, kurze Wanderungen möglich
- Dauer: abhängig davon, wie viel du wanderst
- Schwierigkeit: einfach bis mittel-schwer
- Beste Tipp: Kombiniere Fahrten und Wandern, so siehst du am meisten


7. Padar Island (Flores, Indonesien)
Manchmal sind Wanderungen kurz, aber unvergesslich. Auf Padar Island steigst du in etwa einer halben Stunde hinauf, während du noch im Boot sitzt und die Sonne noch nicht aufgegangen ist. Ja, lies diesen Satz nochmal, das macht diese Wanderung einzigartig. Der Ausblick ist Weltklasse: vier Buchten mit vier verschiedenen Strandfarben. Padar Island ist bei Touristen sehr beliebt, wie man auf den Fotos sieht. Dieses Abenteuer kannst du von Bali aus starten (Flug nach Flores) und dann eine Bootstour machen, die dich auch zum weltberühmten Komodowaran bringt. Ich sage: Mach es!
Praktisch:
- Länge: 30–45 Minuten bergauf
- Dauer: 1,5 Stunden insgesamt, hauptsächlich Warten auf den Sonnenaufgang
- Schwierigkeit: einfach (kurzer steiler Abschnitt)
- Erreichbar nur per Bootstour


8. Mount Batur (Bali, Indonesien)
Besuchst du Bali? Dort kannst du auch wandern! Die Wanderung zum Gipfel des Mount Batur musst du vor dem Sonnenaufgang starten. Um drei Uhr nachts tappte ich im Dunkeln hinauf, zusammen mit dutzenden anderen. Sobald du oben bist, erwartet dich dieser wunderschöne Sonnenaufgang – jede Mühe wert! Frühstück auf dem Vulkan, Blick in den Krater und ein Bali, das langsam erwacht. Schön und aktiv!
Praktisch:
- Länge: ca. 11 km Hin- und Rückweg
- Dauer: 4 Stunden insgesamt
- Schwierigkeit: mittel-schwer
- Tipp: Du musst mit einem Guide wandern, kostet nicht viel.


9. Vernal Fall (Yosemite, USA)
In Yosemite gibt es viele tolle Wanderungen, aber ich wähle hier den Mist Trail zur Vernal Fall hervor. Nebel beschreibt es nicht mal richtig: Du wirst nass vom Sprühwasser, wenn der Wasserfall im Frühling stark ist. Diese Wanderung kombiniert all das Schöne an Yosemite: die prachtvolle Umgebung, Berge und Wasserfälle.
Praktisch:
- Länge: 5 km Hin- und Rückweg
- Dauer: 2–3 Stunden
- Schwierigkeit: mittel-schwer
- Du kannst eine alternative Rückroute wählen

10. The Narrows (Zion NP, USA)
Eine Wanderung durch einen Fluss. Das klingt verrückt – und ist es auch. Im Zion Nationalpark läuft man buchstäblich im Wasser, eingeklemmt zwischen hohen Canyonwänden. Manchmal bis zu den Knien, manchmal bis zur Hüfte. Es ist oft ein Balanceakt, der Route der Vorgänger zu folgen. Das Wasser ist übrigens angenehm, denn im Sommer kann Zion sehr heiß werden.
Praktisch:
- Länge: bis zu 15 km (du bestimmst, wie weit du gehst)
- Dauer: 3–8 Stunden
- Schwierigkeit: mittel-schwer bis schwer
- Beste Tipp: Leih dir in Springdale spezielle Schuhe und einen Stock




11. Grand Canyon Walking Track (Blue Mountains, Australien)
Die Blue Mountains liegen ganz in der Nähe von Sydney und bieten wundervolle Wandermöglichkeiten. Der Grand Canyon Walking Track ist eine von vielen Wanderungen (die Auswahl ist riesig), die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind. Er liegt etwas abseits der beliebtesten Gegend, ist aber dennoch gut besucht. Farne wachsen über dir, Felswände hängen fast über dir, Bäche musst du überqueren, und kleine Wasserfälle verstecken sich in der Schlucht. Der Weg schlängelt sich durch ein talähnliches Regenwaldgebiet mit rutschigen Steinen, und manchmal musst du beim Durchqueren der Schlucht buchstäblich den Kopf einziehen.
Der Abstieg in die Schlucht ist schön, aber eine Belastung für die Beine. Und was du runtergehst, musst du auch wieder hoch. Besonders die vielen Treppen zum Schluss ließen mich glauben, ich wäre in einem unerwarteten Fitnesskurs gelandet. Zum Glück gibt es eine Belohnung: Oben am Evans Lookout hast du einen Panoramablick, der die Anstrengung mehr als wert ist.
Praktisch:
- Länge: ca. 6 km (Rundweg)
- Dauer: 2,5–3,5 Stunden
- Schwierigkeit: schwer – Abstieg und steiler Anstieg zurück, viele Treppen und teilweise nass/rutschig
- Beste Tipp: Beende die Tour am Evans Lookout (das ist offiziell die umgekehrte Route)



12. The Pinnacles via der Grand Canyon Route (Grampians, Australien)
Die Grampians sind eines der beliebtesten Naturschutzgebiete Südaustraliens. Hier findest du The Pinnacles, erreichbar über die Grand Canyon Route. Die Wanderung selbst war alles andere als langweilig. Schmale Schluchten, Kletterpartien über Felsen und sogar metallene Leitern machten den Weg abenteuerlich. Es fühlte sich manchmal an, als würden wir durch eine Mini-Version des echten Grand Canyon wandern. Nach etwa einer Stunde steilen Aufstiegs erreichten wir erschöpft den Aussichtspunkt The Pinnacle. Von hier blickst du auf Halls Gap und die umliegenden Täler.
Du kannst die Wanderung auch in Halls Gap beginnen. Dann bist du mehr als drei Stunden unterwegs, aber der Vorteil ist, dass du direkt von deinem Campingplatz starten kannst. Als wir Anfang 2025 dort waren, wurden umfangreiche Arbeiten durchgeführt, um diese längere Version attraktiver zu machen.
Praktisch:
- Länge: 2,1 km einfache Strecke vom Wonderland Car Park (ca. 4,2 km Hin- und Rückweg)
- Dauer: 2 Stunden Hin- und Rückweg (länger ab Halls Gap: ca. 3+ Stunden)
- Schwierigkeit: mittel-schwer – Klettern über Felsen, schmale Schluchten, Leitern
- Beste Tipp: Buche einen Campingplatz in der Nähe, um direkt von dort wandern zu können!


13. Peaks of the Balkan Trail (Albanien, Montenegro & Kosovo)
Manchmal kommst du beim Wandern an Orten vorbei, bei denen du denkst: Das sollte jeder einmal sehen. Der Balkan Trail – offiziell Peaks of the Balkans – ist so ein Ort. Du wanderst durch drei Länder gleichzeitig: Albanien, Montenegro und Kosovo. Keine klassische Alpen-Erfahrung, sondern ein rauer Teil Europas, wo kaum andere Touristen sind.
Was ich hier so besonders fand? Die Kombination. Du wanderst durch beeindruckende Gipfel der Dinarischen Alpen, kommst an kleinen Bergdörfern vorbei und übernachtest in gastfreundlichen Gästehäusern, wo schon der Eintopf auf dich wartet. Nach einem Tag in den Bergen gibt es nichts Schöneres, als sich an einen Holztisch zu setzen und mit der einheimischen Familie zu essen. Es fühlte sich an, als würden wir für eine Weile Teil ihres Lebens sein.
Das Schöne: Du musst keinen teuren Guide buchen, wie einige Reiseveranstalter behaupten. Mit guter Vorbereitung, GPX-Dateien und einem Schuss Abenteuerlust kannst du den Balkan Trail problemlos selbst wandern. Du entscheidest, wie weit du gehst – ein paar Etappen oder die ganzen 192 Kilometer. Wir sind einen Teil gelaufen und ich habe das komplett für dich ausgearbeitet.
Praktisch:
- Länge: 192 km insgesamt, meist in Etappen bewältigt
- Dauer: ca. 10 Tage für den ganzen Trail, kürzere Etappen sind möglich
- Schwierigkeit: mittel-schwer bis schwer – viele Höhenmeter, Bergpässe und wechselndes Gelände
- Beste Tipp: Die Saison läuft von Juni bis September; im frühen Frühjahr kann noch Schnee liegen und nicht alle Gästehäuser sind geöffnet
Sind das die schönsten Wanderungen der Welt? Es gibt noch so viel mehr!
Sind das die schönsten Wanderungen der Welt? Vielleicht nicht. Die Welt ist viel zu groß und ich bin noch lange nicht alle Berge bestiegen oder Wege gelaufen. Aber das sind auf jeden Fall die Wanderungen, die für mich unvergesslich waren. Von Vulkanen bis Fjorden und von Wasserfällen bis Wüsten – jede Wanderung war ein neues Abenteuer. Und ehrlich? Meine Liste ist noch lang nicht fertig. Machu Picchu, der Inka Trail, Torres del Paine oder was ist mit den Alpen um die Ecke? Es gibt noch so viel zu entdecken.


