Schweiz

Rheinfall: Europas größter Wasserfall und so besuchst du ihn!

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Der Rheinfall, oder auf Niederländisch oft „Rijnval“ genannt, stand bei uns eigentlich eher als kurzer Zwischenstopp auf dem Plan. Kurz anschauen, ein paar Fotos machen und dann weiterfahren.

Aber wie so oft auf Reisen lief das dann doch ein kleines bisschen anders.

Denn je näher wir dem Wasserfall kamen, desto beeindruckender wurde alles. Nicht einmal nur wegen des Wasserfalls selbst, sondern vor allem wegen der gesamten Umgebung. Die Brücken, das Geräusch des Wassers, das Wandern entlang des Rheins … es fühlte sich viel weniger wie eine „touristische Attraktion“ an, als wir vorher erwartet hatten.

Und vielleicht hat es auch einfach enorm geholfen, dass wir früh dort waren.

Früh am Rheinfall anzukommen macht wirklich einen Unterschied

Wir waren Ende April gegen neun Uhr morgens dort. Im Nachhinein wirklich der perfekte Zeitpunkt.

Der Parkplatz war noch ruhig (also praktisch leer), es standen nur wenige Autos dort und wir konnten sogar direkt einen Ladeplatz für unser Elektroauto nutzen. Wir parkten bei P1, was ungefähr fünf Schweizer Franken pro Stunde kostete. Das war definitiv einer der teureren Parkplätze, die wir in der Schweiz hatten. Aber gut, nicht jeder Parkplatz liegt direkt an einem Wasserfall.

Schon vom Parkplatz aus hört man das Wasser fast sofort. Noch bevor du den Rheinfall wirklich siehst, liegt dieses tiefe Donnern bereits in der Luft. Dieses konstante Geräusch des strömenden Wassers bleibt während der gesamten Wanderung im Hintergrund präsent.

Was irgendwie lustig ist: Der Rheinfall liegt eigentlich mitten in einer ziemlich grünen und ruhigen Umgebung und gleichzeitig in der Nähe einer größeren Stadt. Deshalb erwartet man nicht unbedingt, dass hier plötzlich einer der größten Wasserfälle Europas auftaucht.

Rheinfall Schweiz - Besuch - Tipps

Der Rheinfall ist nicht der höchste, aber beeindruckend groß

Viele denken bei einem berühmten Wasserfall automatisch an enorme Höhen, aber der Rheinfall ist eigentlich gar nicht extrem hoch. Der Wasserfall ist ungefähr 23 Meter hoch und 150 Meter breit.

Besonders macht ihn vor allem die enorme Menge Wasser, die hier hindurchrauscht.

Im Sommer stürzen hier durchschnittlich etwa 600.000 Liter Wasser pro Sekunde hinunter. Nach starken Regenfällen oder Schmelzwasser kann sich das fast verdoppeln. Und ehrlich: Das merkt man sofort, sobald man näherkommt. Da kommt eine unglaubliche Menge Wasser herunter! Und der Lärm daneben ist ebenfalls gewaltig.

Der Rheinfall entstand vor Tausenden von Jahren während der letzten Eiszeit, als der Fluss seinen Verlauf änderte und begann, sich buchstäblich durch das Gestein zu schneiden. Was du heute siehst, ist also eigentlich ein Ort, an dem das Wasser seit Jahrhunderten dieselbe Arbeit verrichtet.

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Die Wanderung rund um den Rheinfall

Von P1 aus liefen wir einfach los, ohne wirklich eine feste Route im Kopf zu haben. Das muss man hier eigentlich auch nicht. Die Wege erklären sich fast von selbst. Wir liefen zuerst vom Wasserfall weg, überquerten das Wasser, gingen am Schloss entlang und liefen dann über den Stadtbereich zurück. Für die genaue Route schaust du am besten bei AllTrails nach.

Das Schöne an dieser Wanderung ist, dass sich die Aussicht ständig verändert. Erst läuft man entlang relativ ruhig fließenden Wassers und hört den Wasserfall nur im Hintergrund. Danach kommt man immer näher und das Geräusch wird lauter. Bis man schließlich die lange Brücke überquert und der Rheinfall plötzlich zwischen den Bäumen auftaucht.

Diesen Moment fanden wir vielleicht sogar am schönsten. Dass man dem Wasserfall so nah kommen kann (okay, dafür muss man bezahlen, die Experience ist schon ziemlich kommerziell gemacht). Aber genau dadurch macht man nicht nur ein Foto von einer Stelle und fährt wieder weiter. So sieht man alle Seiten des Wasserfalls, ein wunderschönes Schloss und läuft zwischendurch an Restaurants und Cafés vorbei.

Währenddessen fahren überall kleine Boote über das Wasser. Manche fahren zur großen Felsformation mitten im Wasserfall, andere machen kurze Rundfahrten. Das verleiht dem ganzen Ort etwas Lebendiges, ohne dass es direkt chaotisch wirkt. Dafür ist alles großzügig genug angelegt.

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Die Plattform: Hier spürt man erst, wie kraftvoll der Rheinfall wirklich ist

Noch vor dem Schloss erreichst du die bekannte Plattform. Dafür zahlst du ein paar Franken extra, aber für uns war das ohne Zweifel das Highlight des gesamten Besuchs.

Durch einen Gang im Felsen wanderst du immer weiter nach unten. Das Geräusch wird lauter, die Luft feuchter und plötzlich stehst du buchstäblich direkt neben dem Wasser. Und dieser Moment ist wirklich beeindruckend. Nicht nur, weil du den Wasserfall siehst, sondern vor allem, weil du ihn fast berühren kannst. Wobei ich das lieber nicht machen würde …

Der Sprühnebel trifft dein Gesicht (du wirst wirklich nass) und du stehst extrem nah am stärksten Wasserfall Europas! Fotos werden dem Ganzen eigentlich nicht gerecht. Gute Bilder zu machen ist ziemlich schwierig. Aber zum Glück ist das echte Erlebnis viel schöner als jedes Foto.

Was uns ebenfalls auffiel, war, wie klar das Wasser trotz der enormen Kraft teilweise aussah. Besonders mit dem Morgenlicht bekam es an manchen Stellen fast eine türkisfarbene Farbe.

Wir sind hier letztendlich viel länger stehen geblieben, als wir vorher gedacht hatten.

Rheinfall Schweiz - Besuch - Tipps - Schloss

Schloss Laufen: touristisch, aber wunderschön gelegen

Nach der Plattform liefen wir weiter Richtung Schloss Laufen.

Das Schloss selbst fanden wir ehrlich gesagt gar nicht einmal den besonderssten Teil des Besuchs, aber die Lage ist wirklich einzigartig. Es wurde buchstäblich über dem Wasserfall gebaut, wodurch du ständig Aussicht auf das Wasser und den Fluss drumherum hast.

Drinnen gibt es einige Restaurants, eine kleine Ausstellung und Souvenirshops, aber wir fanden es eigentlich schöner, draußen herumzulaufen.

Einfach zwischendurch irgendwo stehen bleiben und auf das Wasser schauen, das unter dir hindurchrauscht.

Wandern mit Baby: Nimm wirklich eine Trage mit

Wir waren mit unserer sechs Monate alten Tochter hier und merkten ziemlich schnell, wie froh wir waren, die Babytrage dabeigehabt zu haben.

Vorher hatten wir noch kurz überlegt, den Kinderwagen mitzunehmen. Auf dem Papier klingt das praktisch, aber sobald man losläuft, merkt man sofort, dass das keine gute Idee gewesen wäre.

Die Route besteht aus Treppen, schmalen Durchgängen, Höhenunterschieden und unebenen Wegen. Mit einem Kinderwagen kommst du kaum weiter als bis zum asphaltierten Bereich beim Parkplatz. Dann verpasst du die komplette Experience rund um den Rheinfall.

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Was kann man alles am Rheinfall machen?

Was uns übrigens auffiel: Rund um den Rheinfall kann man überraschend viele Aktivitäten buchen. Am bekanntesten sind natürlich die Bootstouren. Dabei kannst du zwischen kurzen Rundfahrten entlang des Wasserfalls oder einem Boot wählen, das dich bei dem berühmten Felsen mitten im Wasser absetzt. Von dort steigst du über eine Treppe hinauf und stehst buchstäblich mitten in der Kraft des Rheinfalls.

Außerdem werden komplette Tagestouren aus Städten wie Zürich organisiert, bei denen du den Rheinfall mit Orten wie dem Schwarzwald, Titisee oder Stein am Rhein kombinierst. Besonders in der Hochsaison machen viele Menschen daraus einen halben oder ganzen Tagesausflug statt nur eines kurzen Stopps. Wenn du neben Wandern und Aussichtspunkten noch etwas Extra erleben möchtest, sind diese Touren und Bootsausflüge definitiv interessant.

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Je später es wurde, desto voller wurde es

Als wir schließlich zurückliefen, merkten wir erst richtig, wie groß der Unterschied durch die frühe Uhrzeit war.

Wo es vorher noch ruhig war, kamen plötzlich Reisebusse, Touristengruppen, Schulklassen und volle Wanderwege dazu. Und ehrlich: Das macht im Urlaub nie besonders viel Spaß, oder? Auch wenn man selbst natürlich als Tourist dazugehört.

Wir hatten bis dahin noch das Gefühl, in Ruhe herumlaufen, Fotos machen und die Umgebung wirklich genießen zu können. Ein paar Stunden später fühlte sich alles viel mehr wie eine überfüllte Attraktion an.

Wenn wir also einen Tipp geben müssten: Geh früh morgens oder später am Nachmittag.

Wie viel Zeit braucht man?

Wir waren letztendlich ungefähr zwei bis zweieinhalb Stunden am Rheinfall unterwegs. Das war inklusive: gemütlich wandern, die Plattform besuchen, Fotos machen und einfach zwischendurch stehen bleiben und schauen. Gut, wir hatten auch noch ein sechs Monate altes Baby dabei. Fläschchen geben, Windel wechseln … du kennst das ja. Das dauert eben alles etwas länger.

Es ist definitiv mehr als nur ein schneller Zwanzig-Minuten-Stopp (außer du möchtest nur schnell ein Foto machen), aber du musst dafür auch keinen kompletten Tag einplanen.

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Noch kurz weiter nach Schaffhausen?

Nach dem Rheinfall sind wir noch kurz weiter nach Schaffhausen gefahren. Das war eigentlich eine überraschend schöne Kombination. Nach all dem Trubel rund um den Wasserfall fühlte sich Schaffhausen viel ruhiger und lokaler an. Die Altstadt hat wunderschön bemalte Fassaden, kleine Gassen und gemütliche Plätze.

Oberhalb der Stadt liegt außerdem die bekannte Festung Munot, die man schon von weitem sehen kann.

Kein Ort, für den man stundenlang planen muss, aber definitiv schön mitzunehmen, wenn man sowieso in der Gegend ist.

Übernachten in der Nähe des Rheinfalls

Möchtest du den Rheinfall mit Schaffhausen oder einem Roadtrip durch die Schweiz kombinieren? Am nächsten zum Rheinfall übernachtest du – wie könnte es anders sein – im Hotel Rheinfall. Von hier aus kannst du zu Fuß zum Wasserfall laufen – ideal, wenn du das Ganze mit einem Abendessen in der Stadt verbinden möchtest!

Lohnt sich der Rheinfall?

Ja, absolut. Wir sind mit der Idee eines kurzen Fotostopps hingefahren, fanden es am Ende aber viel schöner als erwartet. Gerade die Kombination aus Wanderung, Brücken, Plattform, der Kraft des Wassers und der Umgebung macht diesen Ort beeindruckender, als man vorher vielleicht denkt.

Und besonders wenn du früh dort bist, bleibt es wirklich ein wunderschönes Erlebnis.

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