Der Blausee in der Schweiz ist so ein Ort, bei dem du vorher denkst: Entweder wird es wunderschön oder eine etwas touristische Enttäuschung. Leuchtend blaues Wasser mitten im Wald, Forellen, die unter dir schwimmen, und ein kleiner Naturpark rundherum. Das klingt gut, aber du musst dafür auch Eintritt bezahlen.
Wir besuchten den Blausee auf dem Weg nach Kandersteg. Viele Menschen fahren dorthin, um die bekannte Wanderung zum Oeschinensee zu machen. Das ist ein völlig anderer Ort: größer, rauer und viel mehr ein richtiger Bergsee. Der Blausee ist dagegen klein, übersichtlich und leicht zugänglich. Ideal für einen kurzen Zwischenstopp, besonders wenn du mit Kindern reist.
Wir waren mit unserer sechs Monate alten Tochter dort und fanden den Besuch eine schöne Abwechslung. Keine anstrengende Wanderung, kein steiler Aufstieg, sondern einfach ruhig herumlaufen, Fische beobachten und einen Tee mit Blick auf das Wasser trinken.
Lies auch unseren Blog über den Oeschinensee ohne Seilbahn, wenn du diese Region weiter entdecken möchtest.
Das liest du in diesem Blog
Wo liegt der Blausee?
Der Blausee liegt im Berner Oberland zwischen Frutigen und Kandersteg. Von Kandersteg fährst du ungefähr zehn Minuten dorthin. Dadurch ist er ein logischer Zwischenstopp, wenn du in Kandersteg übernachtest oder auf dem Weg zum Oeschinensee bist.
Der See liegt in einem angelegten und geschützten Naturpark. Erwarte also keinen wilden und kostenlosen Bergsee, zu dem du einfach wanderst. Du gehst durch einen Eingang, kaufst ein Ticket und betrittst danach den Park. Das klingt etwas weniger abenteuerlich, macht den Besuch aber sehr einfach und zugänglich.
Ankunft am Blausee
Der Blausee ist mit dem Auto leicht erreichbar. Das Parken ist nicht kostenlos, aber gut organisiert. Wir bezahlten 5 CHF für vier Stunden. Danach stieg der Preis auf 10 CHF für acht Stunden. Für Schweizer Verhältnisse fanden wir das noch ziemlich angemessen.
Vom Parkplatz läufst du zum Eingang des Naturparks. Dort kaufst du dein Ticket. Rechne mit ungefähr 11 CHF pro Person. Die Preise können sich natürlich je nach Saison oder Zeitpunkt ändern. Prüfe deshalb vorher immer die aktuellen Preise.
Gut zu wissen: Es handelt sich also nicht um ein frei zugängliches Naturgebiet. Der Blausee gehört zu einem Naturpark, der bewusst gepflegt wird. Das Gebiet besteht schon lange als Park und wurde eingerichtet, um den See, den Wald und die besondere Atmosphäre rundherum zu schützen.

In zwei Minuten am See
Nach dem Eingang läufst du über einen breiten, asphaltierten Weg nach unten. Das ist besonders angenehm, wenn du mit einem Kinderwagen, Buggy oder Rollstuhl kommst. Du musst keine lange Wanderung machen, denn nach zwei bis drei Minuten stehst du bereits am See.
Und ja, das Wasser ist wirklich so blau wie auf den Fotos. Vielleicht sogar noch blauer, weil du so nah davor stehst. Der Blausee ist kein großer See, sondern eher klein. Dadurch wirkt die Farbe besonders intensiv.
Diese geringe Größe solltest du direkt berücksichtigen. Erwarte kein großes Naturgebiet, in dem du stundenlang wanderst. Der Blausee eignet sich vor allem als schöner kurzer Zwischenstopp. Du kommst wegen der Farbe des Wassers, der Forellen, des Waldes und der ruhigen Atmosphäre hierher.
Warum ist der Blausee so blau?
Sofort fällt auf, wie klar das Wasser ist. Du kannst direkt hindurchsehen und erkennst den Boden, Baumstämme und Fische unter der Wasseroberfläche. Das liegt daran, dass der Blausee von klarem Quellwasser gespeist wird und relativ wenig Sediment enthält.
Die Farbe entsteht durch eine Kombination aus Lichteinfall, Tiefe, Mineralien und dem hellen Untergrund. Dadurch bekommt das Wasser diesen fast unnatürlichen blauen Glanz. Es fühlt sich ein wenig so an, als hätte jemand den Kontrast viel zu hoch eingestellt, nur eben in Wirklichkeit.
Gerade weil der See klein ist, kannst du diese Farbe sehr gut sehen. Du musst nicht nach dem richtigen Aussichtspunkt suchen. Du gehst um den See herum und bekommst immer wieder einen anderen Blick auf dasselbe blaue Wasser.

Forellen im Blausee beobachten
Der vielleicht schönste Teil unseres Besuchs waren die Forellen. Im See schwimmen ziemlich viele davon und durch das klare Wasser kannst du sie sehr gut sehen. Große, ruhige Fische gleiten durch das Wasser, manchmal direkt am Ufer entlang.
Für unsere Tochter war das natürlich interessant. Aber ehrlich gesagt standen auch wir selbst eine ganze Weile dort und beobachteten die Fische. Das Wasser ist so klar, dass du fast vergisst, dass du auf einen See und nicht in ein großes Aquarium blickst.

Die Forellen sind hier nicht nur zur Dekoration. Zum Blausee gehört auch eine Forellenzucht. Das kalte, saubere und sauerstoffreiche Wasser ist ideal für Forellen. Im Restaurant des Parks kannst du deshalb auch Forellen aus der eigenen Zucht essen.

Rundgang um den See
Du kannst problemlos einmal um den Blausee laufen. Wenn du zügig gehst, bist du nach 15 bis 20 Minuten fertig. Wahrscheinlich wirst du das aber nicht tun, denn unterwegs hältst du immer wieder für Fotos, Fische oder einen Blick durch die Bäume an.
Der Weg rund um den See ist teilweise ordentlich angelegt und teilweise eher ein Waldweg. Wir hatten unsere Tochter in der Babytrage, was auf einigen Abschnitten praktisch war. Der erste Teil vom Eingang zum See ist dagegen sehr gut zugänglich und lässt sich problemlos mit einem Kinderwagen bewältigen.
Dadurch eignet sich der Blausee auch gut für einen Besuch mit einem Baby oder kleinen Kindern. Du musst keine anstrengende Wanderung machen, es gibt genug zu sehen und du kannst leicht eine Pause einlegen. In der Nähe des Wassers solltest du natürlich gut aufpassen, denn an manchen Stellen verläuft der Weg direkt am Ufer.
Die Atmosphäre: Wald, Wasser und Ruhe
Uns gefiel besonders, dass der Blausee mitten im Wald liegt. Das fühlt sich ganz anders an als die großen, offenen Berglandschaften, die du in dieser Region häufig siehst. Du läufst zwischen Bäumen, über kleine Holzbrücken und an Felsen vorbei, während du dazwischen immer wieder das blaue Wasser siehst.
Für uns war das eine schöne Abwechslung. Während dieser Reise wanderten wir vor allem durch offene Berglandschaften. Ein bewaldeter Ort fühlte sich deshalb wieder ganz anders an. Kleiner, ruhiger und ein wenig märchenhaft, ohne dass es sofort übertrieben wirkt.
Du merkst, dass das Gebiet angelegt und gepflegt wird. Uns hat das aber nicht gestört. Solange du weißt, dass du einen kleinen Naturpark und keinen wilden Bergsee besuchst, passen deine Erwartungen viel besser.
Bootsfahrt und die Legende vom Blausee
Ein schönes Extra: Im Sommer ist im Eintrittspreis auch eine kurze Bootsfahrt enthalten. Du fährst mit einem kleinen Boot mit Glasboden ein Stück über den See. Durch das klare Wasser kannst du gut nach unten schauen.
Während einer solchen Fahrt erfährst du auch mehr über die Geschichte des Blausees. Im Wasser liegt die Statue einer Frau. Sie gehört zur Legende des Sees.
Der Geschichte zufolge verlor eine junge Frau ihren geliebten Mann. Sie kam jeden Tag zum See, um nach ihm zu suchen, und starb schließlich vor Trauer. Ihre Tränen sollen dem Wasser seine tiefe blaue Farbe gegeben haben. Ein wenig tragisch, aber die Geschichte gibt dem Ort etwas Besonderes.

Restaurant, Terrasse und Spielplatz
Nach unserem Rundgang setzten wir uns noch kurz ins Café. Ganz einfach: ein Tee, ein Muffin und Aussicht auf den See. Das war genau richtig.
Am Blausee gibt es auch ein Restaurant. Dort kannst du unter anderem Forellen aus der eigenen Zucht essen. Außerdem gibt es einen Spielplatz für Kinder und hölzerne Liegebänke, auf denen du dich mit Blick auf das Wasser entspannen kannst.
Dadurch kannst du deinen Besuch leicht etwas verlängern. Nicht weil es unglaublich viel zu tun gibt, sondern weil es ein Ort ist, an dem du gut eine Weile bleiben kannst. Besonders mit Kindern ist es angenehm, dass es mehr gibt als nur: „Schau, ein blauer See.“
Wie viel Zeit brauchst du am Blausee?
Wenn du schnell bist, kannst du in 30 Minuten einen guten Eindruck vom Blausee bekommen. Du läufst zum See, gehst einmal herum und bist wieder zurück.
Realistischer sind ein bis zwei Stunden. Dann hast du genug Zeit, ruhig herumzulaufen, Forellen zu beobachten, Fotos zu machen, vielleicht die Bootsfahrt mitzumachen und im Café etwas zu trinken.
Erwarte keine Aktivität für einen halben Tag. Dafür ist das Gebiet einfach zu klein. Gerade als kurzer Zwischenstopp oder ruhiger Ausflug am Nachmittag ist der Blausee am schönsten.

Blausee mit dem Oeschinensee kombinieren
Der Blausee liegt sehr günstig in der Nähe von Kandersteg und dem Oeschinensee. Wir besuchten den Blausee auf dem Weg nach Kandersteg. Du kannst ihn aber auch sehr gut mit einem Aufenthalt im Dorf kombinieren.
Der Oeschinensee ist viel größer und verlangt mehr Zeit und Energie, besonders wenn du wie wir ohne Seilbahn nach oben wanderst. Der Blausee ist dagegen einfach, kurz und gut zugänglich. Dadurch ergänzen sich beide Orte sehr gut.
Lies hier unsere Erfahrung mit der Wanderung zum Oeschinensee ohne Seilbahn.

Übernachten am Blausee: Kandersteg als guter Ausgangspunkt
Kandersteg ist meiner Meinung nach der praktischste Ort zum Übernachten, wenn du den Blausee mit anderen schönen Orten in der Region kombinieren möchtest. Vom Dorf fährst du ungefähr zehn Minuten zum Blausee und hast gleichzeitig einen guten Ausgangspunkt für die bekannte Wanderung zum Oeschinensee.
Wir selbst übernachteten in einem Ferienhaus in Kandersteg mit Blick auf die Berge. Das fanden wir ideal. Du kannst in Ruhe frühstücken, einfach losfahren oder loslaufen und nach einer Wanderung oder einem kurzen Besuch am Blausee wieder zu deinem eigenen Platz zurückkehren. In Kandersteg findest du Hotels, Apartments und Ferienhäuser. Du kannst also wählen, was am besten zu deiner Reise passt.
Einige bekannte Unterkünfte in Kandersteg sind das Hotel Ermitage, praktisch, wenn du in der Nähe der Seilbahn zum Oeschinensee übernachten möchtest, das Belle Epoque Hotel Victoria & Apartments, wenn du zentral im Dorf wohnen möchtest, und das Hotel Bernerhof, das ebenfalls zentral in Kandersteg liegt. Reist du mit Kindern, kann das Hotel Alpina wegen des Gartens und der Familienzimmer interessant sein.
Möchtest du lieber ein Apartment oder Ferienhaus buchen? Auch das ist in Kandersteg problemlos möglich. Besonders wenn du mehrere Tage bleibst und den Blausee mit dem Oeschinensee kombinieren möchtest, sind eine eigene Küche und etwas zusätzlicher Platz sehr angenehm.
Aktivitäten in der Region Kandersteg
Rund um Kandersteg kannst du viel mehr unternehmen als nur den Blausee besuchen. Dazu gehören die Wanderung zum Oeschinensee, Fahrten mit der Seilbahn, Bergwanderungen und andere Tagesausflüge im Berner Oberland.
Blausee: klein, blau und besonders schön als kurzer Zwischenstopp
Wir fanden den Blausee einen schönen Zwischenstopp. Wir würden dafür nicht extra eine Stunde Umweg fahren, aber wenn du ohnehin in der Nähe von Kandersteg bist, ist er perfekt.
Der See ist klein und du bist relativ schnell mit dem Besuch fertig. Erwarte deshalb kein großes Naturgebiet oder eine lange Wanderung. Das klare blaue Wasser, die Forellen, der Wald und die kurze Bootsfahrt machen den Ort aber etwas anders als andere Ziele in der Region.
Wenn du mit einem Baby oder kleinen Kindern reist, ist der Blausee besonders angenehm. Alles ist übersichtlich, du bist schnell am Wasser und es gibt genug zu sehen, ohne dass du eine anstrengende Wanderung machen musst. Für uns war genau das der Grund, warum uns dieser Zwischenstopp so gut gefallen hat.

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