Kannst du die Färöer gut mit einem Baby oder Kindern besuchen? Ja, das ist auf jeden Fall möglich. Du planst deine Reise aber etwas anders als bei einer Reise zu zweit. Du musst mit Wind, Regen, kurzen Wanderungen, wenigen klassischen Aktivitäten für Kinder und manchmal auch mit Tagen rechnen, an denen du selbst für die Unterhaltung sorgen musst.
Wir reisten eine Woche mit unserer acht Monate alten Tochter durch die Färöer. Das funktionierte überraschend gut. Natürlich hatten wir aber auch so einen typischen Eltern-auf-Reisen-Moment: Magen-Darm-Grippe im Urlaub. Wirklich toll. Deshalb standen wir plötzlich in einer Apotheke in Tórshavn und nicht an einem Aussichtspunkt. Leider gehört auch das manchmal dazu.
Trotzdem fanden wir die Färöer mit einem Baby sehr gut machbar. Die Entfernungen sind kurz, du kannst flexibel planen, die Inseln fühlen sich sicher an und mit einer Babytrage erreichst du viele schöne Orte. In diesem Blog teile ich unsere ehrlichen Tipps für eine Reise auf die Färöer mit einem Baby oder kleinen Kindern.

Das liest du in diesem Blog
Sind die Färöer ein gutes Reiseziel mit einem Baby?
Mit einem Baby fanden wir die Färöer eigentlich ziemlich ideal. Das klingt vielleicht seltsam, denn es ist kein sonniges Reiseziel mit Liegestühlen, Spielplätzen und Kinderclubs. Gerade die kurzen Entfernungen, ruhigen Straßen und die Natur machen die Reise aber angenehm.
Unsere Tochter schlief häufig gut in der Babytrage oder im Auto. Dadurch konnten wir viele kurze Stopps und Wanderungen machen, ohne dass es jedes Mal kompliziert wurde. Da du mit einem Mietwagen reist, kannst du deinen Tag außerdem einfach an Schlafzeiten, Mahlzeiten und das Wetter anpassen.
Du musst aber realistisch bleiben. Du wirst nicht jeden Tag drei Wanderungen hintereinander machen. Manchmal bleibst du einfach drinnen, weil dein Baby schlafen muss, krank ist oder es draußen waagerecht regnet. Deshalb würde ich mit einem Baby etwas mehr in gute Unterkünfte investieren. Das machten wir ebenfalls, weil unsere Tochter noch viel schlief. Dann möchtest du nicht jeden Nachmittag in einem dunklen und kleinen Zimmer sitzen, in dem du dich selbst kaum bewegen kannst.

Mit älteren Kindern auf die Färöer
Mit älteren Kindern sieht es etwas anders aus. Die Färöer sind wunderschön, aber du findest nicht überall Spielplätze, Freizeitparks oder Aktivitäten für Kinder. Wir sahen hier und da etwas, das wie ein kleiner Spielplatz aussah, vor allem in den Dörfern. Dann muss es natürlich auch gerade trocken sein. Außerdem hängt es davon ab, wo du übernachtest.
Als Eltern bist du auf den Färöern schnell selbst für die Unterhaltung zuständig. Steine suchen, Schafe zählen, Wellen anschauen, durch ein Dorf laufen, im Auto picknicken oder „Wer sieht zuerst einen Wasserfall?“ spielen. Solche Dinge also. Für Kinder, die gerne draußen sind, Tiere mögen und kein Problem mit Spaziergängen haben, kann dies ein wirklich schönes Reiseziel sein.
Langweilen sich deine Kinder schnell ohne Spielplatz, Schwimmbad oder Bildschirm? Dann würde ich die Tage nicht zu voll planen und bewusst Unterkünfte wählen, in denen sie auch kurz spielen oder sich entspannen können.

Babytrage oder Buggy auf den Färöern?
Wir hatten einen Reisebuggy dabei, benutzten ihn in der Praxis aber fast nie. Eigentlich nur in Tórshavn und in Supermärkten. Bei den meisten Sehenswürdigkeiten bringt er dir wenig. Die Wege sind schlammig, uneben, steil oder einfach nicht für kleine Räder geeignet.
Eine Babytrage war für uns unverzichtbar. Unsere Tochter schlief darin gut und wir konnten trotzdem wandern. Bei der Sørvágsvatn-Wanderung nach Trælanípa schlief sie fast die gesamte Wanderung. Fast zwei Stunden sogar. Ideal, denn wir konnten einfach weiterlaufen und sie bekam ihren Schlaf. Auch bei der Klakkur-Wanderung bei Klaksvík (siehe das Foto oben) schlief sie gut, obwohl ich einmal auf dem schlammigen Weg ausrutschte.
Bei Wanderungen und Aussichtspunkten gilt eigentlich: Dein Kind muss selbst laufen können oder du musst es tragen. Ein Buggy ist praktisch für die Hauptstadt, Geschäfte und vielleicht einen flachen Weg bei deiner Unterkunft. Für die echten Sehenswürdigkeiten ist er aber nicht geeignet.
Wandern mit einem Baby oder Kindern
Wandern auf den Färöern funktioniert mit einem Baby gut, wenn du deine Erwartungen anpasst. Wir entschieden uns vor allem für kurze oder mittelschwere Wanderungen. Keine extremen Touren, keine langen Tageswanderungen und keine Routen, bei denen du zu sehr von perfektem Wetter abhängig bist.
Die Wanderung nach Sørvágsvatn fanden wir mit einem Baby gut machbar. Der Weg ist größtenteils übersichtlich, aber manchmal schlammig und am Ende etwas anstrengender. Bei den Klippen musst du mit älteren Kindern wirklich gut aufpassen. Es gibt nicht überall Zäune und der Wind kann stark sein. Also Hand halten und nicht zu nah an den Rand gehen.
Auch die Klakkur-Wanderung bei Klaksvík ist eine gute Möglichkeit, wenn du eine kurze Wanderung mit schöner Aussicht suchst. Vom oberen Parkplatz ist die Wanderung nicht besonders lang. Der Weg ist aber schlammig und manchmal steiler, als du denkst. Mit einem Baby in der Trage funktioniert das gut, wenn du selbst sicher gehst.

Unser Tipp: Plane eine größere Aktivität pro Tag und ergänze sie mit kurzen Stopps. So bleibt es für alle angenehm.
Die Drangarnir-Bootstour mit einem Baby
Eine der schönsten Aktivitäten unserer Reise war die Drangarnir-Bootstour ab Sørvágur. Du kannst diese Tour mit einem Baby machen, musst aber flexibel sein.
Wir machten die Bootstour mit unserer acht Monate alten Tochter. Sie war warm eingepackt und fand zunächst alles in Ordnung. Bis sie müde wurde. Nach der Hälfte der Fahrt schlief sie bei mir ein. Deshalb saß ich während der zweiten Hälfte vor allem drinnen mit einem schlafenden Baby auf dem Arm. Meine Frau konnte draußen Fotos machen und ich schaute noch etwas durch das Fenster. Nicht ganz so, wie du es vorher planst. Aber gut: Das Baby schläft und alle sind zufrieden.
Mit älteren Kindern stelle ich mir diese Tour besonders schön vor. Du sitzt in einem kleinen Boot, fährst an hohen Klippen vorbei und siehst mit etwas Glück Papageitaucher. Bei Kindern, die schnell seekrank werden, würde ich allerdings gut darüber nachdenken. Es bleibt eine Bootstour auf den Färöern und das Wetter bestimmt einen großen Teil der Erfahrung.
Möchtest du die Bootstour ebenfalls machen? Dann kannst du hier die Drangarnir-Bootstour ab Sørvágur buchen.

Mietwagen mit einem Kind auf den Färöern
Einen Mietwagen fanden wir mit einem Baby wirklich ideal. Die Entfernungen sind gut machbar, die Straßen sind schön und du kannst deinen Tag flexibel planen. Das ist praktisch für Schlafzeiten, aber auch für das Wetter. Wenn es bei einer Wanderung neblig ist, kannst du zuerst einkaufen oder einen kürzeren Stopp machen und später zurückkommen.
Wir buchten den Kindersitz für den Mietwagen direkt dazu. Das funktionierte gut. Das Auto holten wir am Flughafen auf Vágar ab. Dieser Flughafen ist klein. Du musst also nicht lange mit Koffern, Babysachen und einem müden Kind herumlaufen.
Möchtest du mehr über das Autofahren auf den Inseln wissen? Lies dann auch unseren Blog über einen Mietwagen auf den Färöern. Oder prüfe direkt die aktuellen Preise bei Discover Cars.
Babynahrung, Windeln und Supermärkte auf den Färöern
Wir fanden es angenehm, dass wir in den Supermärkten problemlos Babysachen kaufen konnten. Babynahrung, Windeln und andere wichtige Dinge waren verfügbar. Alles ist etwas teurer, als du es aus Deutschland oder den Niederlanden kennst. Das gilt aber eigentlich für fast alles auf den Färöern.
Trotzdem würde ich nicht ganz ohne Vorrat anreisen. Nimm für die ersten Tage genug Windeln, Nahrung und Snacks mit. Das gilt besonders, wenn du spät ankommst oder direkt in einen kleineren Ort fährst. In Tórshavn und größeren Orten hast du mehr Auswahl als in kleinen Dörfern.
Das Leitungswasser auf den Färöern kannst du sicher trinken. Das fanden wir mit einem Baby besonders praktisch. Du musst nicht ständig große Wasserflaschen mitnehmen und kannst deine Trinkflasche einfach bei deiner Unterkunft auffüllen.
Apotheke und ein krankes Kind im Urlaub
Ja, auch das gehört zum Reisen mit Kindern: Sie werden genau im unpraktischsten Moment krank. Unsere Tochter bekam im Urlaub eine Magen-Darm-Grippe. Das war natürlich nicht das, was wir uns für eine Reise auf die Färöer vorgestellt hatten. Zum Glück konnten wir eine Apotheke in Tórshavn besuchen.
In der Hauptstadt findest du die meisten Einrichtungen. Das ist auch ein Grund, warum es mit kleinen Kindern praktisch sein kann, nicht zu abgelegen zu übernachten. Die Färöer fühlen sich sicher und ruhig an. Wenn du aber etwas brauchst, ist es angenehm, wenn du dafür nicht zuerst eine Stunde fahren musst.
Unser Tipp: Nimm immer eine kleine Reiseapotheke mit ORS, für Kinder geeignetem Paracetamol, einem Thermometer, Nasenspray, Pflastern und allem mit, was dein Kind zu Hause ebenfalls brauchen kann. Du kannst vieles vor Ort kaufen. Wenn dein Kind krank ist, möchtest du aber nicht zuerst herausfinden, welche Apotheke geöffnet ist.
„`htmlÜbernachten auf den Färöern mit einem Baby oder Kindern
Wir investierten bewusst etwas mehr in unsere Unterkünfte. Mit einem Baby verbringst du einfach mehr Zeit in deiner Unterkunft als ohne Kind. Unsere Tochter schlief noch viel. Deshalb war ein schöner Ort für uns wichtiger als normalerweise.
Ein Apartment, Ferienhaus oder eine Unterkunft mit Küche ist dann sehr praktisch. Du kannst selbst Essen zubereiten, Fläschchen machen, deine Sachen ausbreiten und während eines Schlafs selbst normal sitzen. Das klingt einfach, macht aber wirklich einen Unterschied.
Für eine Woche würden wir die Übernachtungen auf einige Orte verteilen. Zum Beispiel Vágar für die Ankunft und die bekannten Highlights, Tórshavn oder Kollafjørður als zentrale Basis und Klaksvík für den Norden.
- Vágar: praktisch für Múlafossur, Drangarnir, Sørvágsvatn und den Flughafen. Sieh dir Unterkünfte auf Vágar an.
- Tórshavn: praktisch, wenn du Restaurants, Geschäfte und eine Apotheke in der Nähe haben möchtest. Sieh dir Unterkünfte in Tórshavn an.
- Klaksvík: gut für Klakkur, Viðoy und den Norden. Sieh dir Unterkünfte in Klaksvík an.
Kosten mit Kindern auf den Färöern
Die Färöer sind kein günstiges Reiseziel. Unterkünfte, Lebensmittel und Mietwagen sind teuer. Mit kleinen Kindern hast du aber einen Vorteil: Du bezahlst kaum etwas für Unterhaltung.
Viele Aktivitäten finden draußen statt. Aussichtspunkte, kurze Stopps, Dörfer, Wasserfälle und Autorouten kosten häufig nichts. Einige Wanderungen sind allerdings kostenpflichtig, zum Beispiel Sørvágsvatn. Dort bezahlten wir 200 DKK pro Erwachsenem, während Kinder bis 15 Jahre kostenlos mitgehen durften.
Für ein Baby bezahlst du natürlich keinen Eintritt und keine Aktivitäten. Die zusätzlichen Kosten entstehen vor allem durch komfortablere Unterkünfte, eventuell einen Kindersitz für den Mietwagen, Babysachen und häufigeres Kochen oder Einkaufen. Lebensmittel sind ungefähr 25 Prozent teurer als zu Hause, abhängig vom Produkt. Außerhalb der größeren Orte findest du außerdem kaum Restaurants. Deshalb ist selbst kochen fast notwendig, außer du übernachtest in Hotels.
Kleidung für Kinder auf den Färöern
Mehrere Kleidungsschichten sind wirklich wichtig. Auch im Sommer. Wir waren Ende Juni dort und brauchten regelmäßig Mützen, Windjacken und warme Kleidung. Besonders wenn dein Kind still in der Babytrage oder im Buggy sitzt, kühlt es schneller ab als du beim Wandern.
Für dein Kind solltest du auf jeden Fall Folgendes mitnehmen:
- warme Kleidungsschichten wie Fleece oder Wolle
- eine winddichte Jacke
- einen Regenanzug oder eine gute Regenjacke
- eine Mütze, auch im Sommer
- wasserdichte Schuhe oder Stiefel für ältere Kinder
- zusätzliche Socken und trockene Kleidung im Auto
- eine warme Decke für die Babytrage oder das Auto
Verlass dich nicht auf das Wetter, das du morgens beim Aufstehen siehst. Eine Stunde später kann es auf den Färöern schon wieder ganz anders sein. Deshalb hatten wir fast immer zusätzliche Kleidung im Auto und sogar ein kleines Notfallset für uns selbst.
Wie viele Tage brauchst du mit einem Baby oder Kindern auf den Färöern?
Für uns war eine Woche genug. Und das, obwohl wir mit einem Baby langsamer reisten als normalerweise. In 7 Tagen kannst du Vágar, Streymoy, Eysturoy, Klaksvík und Viðoy gut kombinieren, ohne jeden Tag in Eile zu sein.
Wir entschieden uns bewusst gegen Fähren zu zusätzlichen Inseln. Als unsere Tochter krank wurde, waren wir darüber eigentlich froh. Keine festen Abfahrtszeiten, keine zusätzliche Planung und kein Stress, wenn wir einen Tag ruhiger machen mussten.
Möchtest du sehen, wie du eine Woche praktisch planst? Lies dann unsere 7-tägige Rundreise durch die Färöer. Diese Route ist auch mit einem Baby gut machbar, solange du flexibel bleibst.
Was fanden wir mit einem Baby ideal?
Die Kombination aus kurzen Entfernungen, Mietwagen und Babytrage funktionierte für uns sehr gut. Wir konnten viel sehen, ohne lange Reisetage zu haben. Wenn unsere Tochter schlief, fuhren oder wanderten wir. Wenn sie wach war, machten wir einen kurzen Stopp oder ließen es ruhiger angehen.
Auch angenehm: Du bist viel draußen, musst aber nicht den ganzen Tag im Trubel stehen. Die Färöer fühlen sich ruhig an. Keine überfüllten Promenaden, keine vollen Strände und keine Warteschlangen bei Attraktionen. Einfach Natur, Dörfer und viel Platz.
Was war weniger ideal? Das Wetter bleibt unvorhersehbar und Aktivitäten für Kinder bei schlechtem Wetter sind begrenzt. Wenn es mehrere Tage stark regnet, musst du kreativ sein. Mit älteren Kindern musst du dir vielleicht etwas mehr Mühe geben, um die Tage abwechslungsreich zu gestalten.
Praktische Tipps für die Färöer mit einem Baby oder Kindern
- Nimm eine Babytrage mit. Du wirst sie viel häufiger benutzen als einen Buggy.
- Buche schöne Unterkünfte. Besonders mit einem Baby, das noch viel schläft.
- Miete ein Auto. Dadurch wird deine Reise mit Schlafzeiten und schlechtem Wetter viel flexibler.
- Buche den Kindersitz für den Mietwagen vorher dazu. Dann musst du dich vor Ort nicht mehr darum kümmern.
- Nimm mehrere Kleidungsschichten mit. Wind und Regen machen es auch im Sommer schnell kalt.
- Lege die Babysachen griffbereit ins Auto. Regenjacke, trockene Kleidung, Nahrung und Windeln möchtest du schnell erreichen können.
- Nimm eine kleine Reiseapotheke mit. Besonders ORS und Medikamente gegen Fieber sind praktisch.
- Verlass dich nicht auf viele Spielplätze. Du findest manchmal welche in den Dörfern, aber nicht überall.
- Plane eine größere Aktivität pro Tag. Ergänze den Rest mit kurzen Stopps.
- Bleib flexibel. Auf den Färöern bestimmen das Wetter und dein Kind häufig gemeinsam die Planung.
Würden wir die Färöer mit einem Baby empfehlen?
Ja, auf jeden Fall. Die Färöer sind vielleicht nicht das offensichtlichste Reiseziel mit einem Baby. Für uns funktionierte die Reise aber sehr gut. Du bekommst kein tropisches Wetter, keine kinderfreundlichen Ferienanlagen und keine endlosen Spielplätze. Dafür bekommst du Ruhe, kurze Entfernungen, schöne Natur und viel Flexibilität.
Mit einem Baby fanden wir es sogar einfacher als vorher gedacht. Sie schlief viel in der Babytrage, wir konnten unsere Tage anpassen und mussten keine langen Strecken fahren. Mit älteren Kindern würde ich bewusster über Unterhaltung und schlechtes Wetter nachdenken. Trotzdem kann es auch dann eine sehr schöne Reise sein.
Für uns war eine Woche genau richtig. Genug Zeit, um viel zu sehen, aber nicht so lang, dass du bei schlechtem Wetter ständig neue Pläne erfinden musst. Trotz Magen-Darm-Grippe, Regen und Schlafzeiten zu unpraktischen Momenten denken wir sehr positiv an die Reise zurück. Vielleicht ist genau das das beste Zeichen.

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