Färöer-Inseln

Sørvágsvatn-Wanderung: zum See über dem Ozean

Sorvagsvatn hike

Die Sørvágsvatn-Wanderung nach Trælanípa ist eine der bekanntesten Wanderungen auf den Färöern. Und sobald du die Aussicht siehst, verstehst du auch warum. Hier sieht es nämlich so aus, als würde ein See hoch über dem Ozean schweben. Ein bisschen optische Täuschung, ein bisschen der richtige Blickwinkel, aber vor allem eine wirklich tolle Aussicht.

Wir machten diese Wanderung auf Vágar nach unserer Drangarnir-Bootstour ab Sørvágur. Das war eine sehr logische Kombination, denn du bleibst auf derselben Insel und musst nur ein kurzes Stück fahren. Zuerst fährst du zwischen Klippen und Papageitauchern hindurch, danach wanderst du zu einer der bekanntesten Aussichten der Färöer. Kein schlechter Tag, würde ich sagen.

In diesem Blog erzähle ich dir alles über die Sørvágsvatn-Wanderung nach Trælanípa: Parken, Kosten, Route, Schwierigkeit, Wandern mit Baby, Wind, Schlamm und ob die Aussicht 200 Dänische Kronen wert ist.

Sørvágsvatn und Trælanípa: schwierige Namen, aber sehr bekannt auf den Färöern!

Sørvágsvatn ist der größte See der Färöer und liegt auf der Insel Vágar. Du wirst auch oft den Namen Leitisvatn sehen. Damit ist derselbe See gemeint, aber der Name unterscheidet sich je nach Dorf und Region etwas. Das ist gut zu wissen, denn auf Schildern, Karten und in Wander-Apps findest du beide Namen.

Trælanípa ist die hohe Klippe am Ende des Sees. Von dort bekommst du die bekannte Aussicht, bei der es so aussieht, als würde Sørvágsvatn über dem Ozean hängen. In Wirklichkeit liegt der See nicht Hunderte Meter über dem Meer. Durch den Blickwinkel und die steilen Klippen entsteht jedoch dieser besondere Effekt.

Auch wenn du weißt, dass es eine optische Täuschung ist, bleibt die Aussicht sehr beeindruckend. Du blickst über den See, den Ozean und die Klippen, gegen die die Wellen mit viel Kraft schlagen. Das ist genau das raue Gefühl der Färöer, für das du hierherkommst, oder?!

Sørvágsvatn-Wanderung zum See über dem Ozean

Wo beginnt die Sørvágsvatn-Wanderung?

Die Wanderung beginnt an einem großen Parkplatz bei Miðvágur. Wir konnten unser Auto dort problemlos abstellen und das Parken war kostenlos. Das ist immer angenehm, besonders an einem Ort, an dem du für die Wanderung selbst bereits bezahlen musst.

Am Parkplatz steht ein kleines Café beziehungsweise Häuschen. Dort kannst du etwas trinken und dein Ticket für die Wanderung kaufen. Hinter der Kasse sitzt jemand, der hauptsächlich die Tickets verkauft, weil du bei dieser Wanderung über Privatgelände läufst.

Am Häuschen hängt außerdem eine Karte der Route. Schau sie dir vor dem Start gut an. Besonders am Ende der Wanderung ist es praktisch zu wissen, in welche Richtungen du gehen kannst. Dort teilt sich der Weg in Richtung Trælanípa und in Richtung Ende des Sees.

Was kostet die Wanderung nach Trælanípa?

Die Wanderung zu Sørvágsvatn und Trælanípa kostet 200 Dänische Kronen pro Erwachsenem. Kinder bis 15 Jahre dürfen kostenlos mitgehen. Du bezahlst am Häuschen am Anfang der Wanderung.

Ist das günstig? Nein, nicht wirklich. Besonders wenn du daran gewöhnt bist, dass Wandern „einfach kostenlos“ ist, fühlen sich 200 DKK pro Person ziemlich teuer an. Du läufst jedoch über Privatgelände und dies ist einer der bekanntesten Orte der Färöer.

Wir fanden die Wanderung am Ende trotzdem ihr Geld wert. Nicht weil die Wanderung selbst überall extrem spektakulär ist, sondern weil die Aussicht am Ende wirklich besonders ist. Den Preis vergisst du dann auch wieder ein wenig. Obwohl es natürlich typisch für die Färöer bleibt: wunderschön, aber nicht günstig.

Sørvágsvatn-Wanderung zum See über dem Ozean

Unsere Erfahrung mit der Sørvágsvatn-Wanderung

Wir machten diese Wanderung nach unserer Drangarnir-Bootstour ab Sørvágur. Die Bootstour fand am Morgen statt. Danach fuhren wir in ungefähr 15 Minuten zum Parkplatz der Sørvágsvatn-Wanderung. Eine schöne Kombination aus einem Morgen- und Nachmittagsprogramm. Du kannst die Reihenfolge übrigens auch umdrehen.

Das Wetter war an diesem Morgen ziemlich wechselhaft. Zuerst regnete es, danach wurde es zum Glück etwas heller. Während der Wanderung wurde das Wetter immer besser. Einen blauen Himmel oder warme Temperaturen hatten wir jedoch nicht. Aber gut, wir waren auf den Färöern. Dann bist du bereits froh, wenn du trocken bleibst und ab und zu eine schöne Aussicht bekommst.

Vom Start aus läufst du über einen gut gepflegten Weg. Als wir dort waren, war es durch den Regen etwas schlammig. Wir sahen jedoch auch, dass an mehreren Stellen neuer Kies verteilt und der Weg verbessert wurde. Dadurch war die Wanderung gut machbar.

Was direkt schön ist: Du hast sofort Aussicht auf den See. In der Ferne siehst du die schluchtartige Öffnung in den Felsen und eigentlich auch schon die Klippe, zu der du später läufst. Dadurch weißt du schnell, wofür du unterwegs bist. Und das alles mit einer schönen Aussicht.

Wie schwer ist die Wanderung nach Trælanípa?

Für färöische Verhältnisse fanden wir die Wanderung gut machbar. Der Weg geht ein wenig bergauf und bergab, aber der Höhenunterschied ist lange Zeit nicht besonders groß. Erst am Ende geht es deutlicher nach oben in Richtung der Klippen.

Wir liefen ungefähr 45 Minuten, bevor wir die Weggabelung erreichten. Dort kannst du wählen: bergauf in Richtung Trælanípa für die bekannte Aussicht oder weiter in Richtung Ende des Sees und zu den Felsen am Meer.

Da wir beide Richtungen gelaufen sind, kamen wir am Ende auf ungefähr 8 Kilometer. Die Route wird oft mit rund 7 Kilometern angegeben. Wenn du an der Weggabelung jedoch zu beiden Aussichtspunkten hin- und zurückläufst, wird die Strecke etwas länger.

Insgesamt waren wir ungefähr zwei Stunden unterwegs. Darin waren Fotostopps und die beiden Abstecher an der Weggabelung enthalten. Wenn du nur zum bekannten Aussichtspunkt und wieder zurückläufst, kannst du schneller sein. Ich würde mich jedoch nicht beeilen. Auch unterwegs hast du immer wieder schöne Aussichten auf den See und das Meer.

Der Wind: Unterschätze ihn nicht

Was du auf den Färöern niemals unterschätzen solltest, ist der Wind. Wir wanderten Ende Juni, standen am Anfang aber trotzdem mit Mütze, Handschuhen und Winterkleidung da. Das klingt vielleicht übertrieben, aber mit Gegenwind fühlte es sich wirklich kalt an.

Auf dem Hinweg hatten wir Gegenwind. Dann merkst du sofort, dass auch eine relativ flache Wanderung schwerer werden kann. Als wir eine Weile unterwegs waren, zogen wir die Mütze und Handschuhe aus. Am Anfang waren wir jedoch froh, dass wir sie dabei hatten.

Auf dem Rückweg hatten wir Rückenwind und die Wanderung fühlte sich direkt viel entspannter an. Dieselbe Strecke wirkt dann plötzlich ganz anders. Nimm deshalb auch im Sommer mehrere Kleidungsschichten mit. Eine winddichte Jacke ist hier kein Luxus, sondern gehört zur normalen Ausrüstung.

Sørvágsvatn-Wanderung zum See über dem Ozean – Schafe

Schafe, Vögel und Aussichten unterwegs

Unterwegs begegnest du natürlich Schafen. Es bleiben die Färöer, deshalb überrascht das eigentlich niemanden mehr. Trotzdem machen sie die Wanderung noch schöner. Sie laufen überall herum, als wären sie die echten Besitzer der Insel. Ab und zu hörten wir Vögel oder sahen sie über uns hinwegfliegen.

Dies ist keine Wanderung, bei der jeder einzelne Meter spektakulär ist. Du läufst aber ständig durch eine schöne Landschaft. Da du das Ziel eigentlich schon früh sehen kannst, baut sich die Aussicht langsam auf.

Sørvágsvatn-Wanderung zum See über dem Ozean

Die Weggabelung: nach Trælanípa oder zum Ende des Sees?

Nach ungefähr 45 Minuten erreichten wir die Weggabelung. Ab hier kannst du in zwei Richtungen laufen. Die meisten Menschen gehen bergauf nach Trælanípa, dem bekannten Aussichtspunkt. Dort siehst du die hohen Felswände, das Meer und die berühmte Perspektive, bei der der See über dem Ozean zu schweben scheint.

Der Aufstieg ist etwas anstrengender als der Rest der Wanderung, aber gut machbar. Oben wirst du mit einer der bekanntesten Aussichten der Färöer belohnt. Du siehst, wie der Ozean gegen die hohen Klippen schlägt, und hinter dir liegt der See. Ja, das ist genau das Bild, für das du gekommen bist.

Danach liefen wir auch noch in Richtung Ende des Sees. Das würde ich auf jeden Fall machen, wenn du genug Zeit und Energie hast. Im Prinzip siehst du von oben dieselbe Aussicht, aber wir fanden sie von unten sogar etwas schöner. Du siehst dort einen einzelnen Felsen aus dem Meer ragen und bekommst eine andere Perspektive auf die Küste. Wenn du sehr nah an den Rand gehst, kannst du außerdem einen Wasserfall sehen. Das haben wir uns jedoch nicht getraut. Und ehrlich gesagt: Auf den Färöern musst du an Klippen nicht mutig sein. Der Wind ist das bereits für dich.

Sørvágsvatn-Wanderung zum See über dem Ozean

Laut der Karte am Anfang kannst du am Ende auch nach unten laufen. Auf AllTrails sahen wir diese Route ebenfalls. Vor Ort konnten wir jedoch nicht deutlich erkennen, wo wir danach wieder nach oben gehen sollten. Außerdem sahen wir niemanden, der diese Route lief. Deshalb entschieden wir uns für den klaren Weg: zuerst bergauf nach Trælanípa und danach separat hin und zurück zum Ende des Sees.

Sørvágsvatn-Wanderung zum See über dem Ozean

Die Aussicht: der See über dem Ozean

Und dann natürlich die Aussicht. Denn mal ehrlich: Wie oft siehst du einen See über einem Meer?

Von Trælanípa bekommst du genau diese besondere Perspektive. Sørvágsvatn scheint höher zu liegen als der Ozean dahinter. In Wirklichkeit entsteht dieser Effekt hauptsächlich durch den Blickwinkel. Das macht die Aussicht aber nicht weniger beeindruckend.

Besonders schön fanden wir die Kombination aus dem ruhigen See und dem wilden Meer dahinter. Auf der einen Seite liegt das flache Wasser des Sees. Auf der anderen Seite schlagen die Wellen mit viel Kraft gegen die Klippen.

Du brauchst allerdings etwas Glück mit dem Wetter. Bei Nebel oder tiefen Wolken wirst du wahrscheinlich deutlich weniger sehen. Wir hatten Glück, denn das Wetter wurde immer besser. Es war nicht richtig sonnig, aber gut genug, um die Aussicht deutlich zu sehen.

Wie voll ist die Sørvágsvatn-Wanderung?

Wir fanden es nicht besonders voll. Für färöische Verhältnisse ist dies zwar eine beliebte Wanderung. Wenn du jedoch sehr volle Wanderziele kennst, fühlt es sich hier noch immer recht ruhig an.

Der Parkplatz ist außerdem nicht riesig. Dadurch gibt es automatisch eine Art Grenze für die Anzahl der Menschen, die gleichzeitig auf der Strecke unterwegs sind. Unterwegs verteilen sich die Wanderer außerdem ziemlich gut.

An den Aussichtspunkten kann es etwas voller werden, weil dort natürlich alle Fotos machen möchten. Wir hatten jedoch nicht das Gefühl, in einem Wanderstau zu stehen. Das ist an einem so bekannten Ort sehr angenehm.

Sørvágsvatn mit Baby oder Kindern

Wir machten die Wanderung mit unserer acht Monate alten Tochter in der Babytrage. Sie hat allerdings nur wenig davon mitbekommen, denn sie schlief fast während der gesamten Wanderung. Fast zwei Stunden lang. Offenbar brauchte sie das nach dem Reisetag und der Bootstour.

Mit einem Baby in der Babytrage ist diese Wanderung gut machbar, wenn du selbst ein wenig an das Wandern gewöhnt bist. Einen Kinderwagen kannst du hier auf keinen Fall mitnehmen.

Mit älteren Kindern ist die Wanderung meiner Meinung nach ebenfalls gut machbar. Sie ist technisch nicht schwierig und Kinder bis 15 Jahre dürfen kostenlos mitgehen. An den Klippen musst du jedoch sehr gut aufpassen. Es gibt nicht überall Zäune und der Wind kann stark sein. Also die Hand festhalten und nicht zu nah an den Rand gehen.

Drangarnir-Bootstour: Ist das die schönste Tour auf den Färöern?

Sørvágsvatn mit der Drangarnir-Bootstour kombinieren

Wir kombinierten die Sørvágsvatn-Wanderung mit unserer Drangarnir-Bootstour ab Sørvágur. Das fanden wir eine sehr logische Tagesplanung. Die Bootstour dauert ungefähr 1,5 Stunden. Danach fährst du in weniger als 15 Minuten zum Start der Wanderung.

So erlebst du an einem Tag zwei völlig unterschiedliche Seiten von Vágar. Zuerst siehst du Drangarnir, Tindhólmur, Papageitaucher und Múlafossur vom Wasser aus. Danach wanderst du zu der berühmten Aussicht auf den See über dem Ozean.

Möchtest du diese Bootstour ebenfalls machen? Lies dann auch meinen Blog über die Drangarnir-Bootstour auf den Färöern. Möchtest du sie direkt buchen? Das kannst du über diese Drangarnir-Bootstour ab Sørvágur machen.

Was kannst du auf Vágar noch unternehmen?

Vágar ist eine der praktischsten Inseln, um mehrere Highlights miteinander zu kombinieren. Hier liegt der Flughafen, aber auch einige der bekanntesten Orte der Färöer.

  • Drangarnir: mit dem Boot ab Sørvágur oder bei einer geführten Wanderung.
  • Múlafossur: der bekannte Wasserfall bei Gásadalur, der direkt ins Meer fällt.
  • Bøur: ein schönes Dorf mit Aussicht auf Tindhólmur und Drangarnir.
  • Gásadalur: klein, abgelegen und gut mit Múlafossur zu kombinieren.
  • Sørvágur: praktisch für Bootstouren und in der Nähe des Flughafens.

Hast du nur einen ganzen Tag auf Vágar? Dann würde ich mich für die Kombination aus Drangarnir-Bootstour, Sørvágsvatn-Wanderung und eventuell Múlafossur entscheiden. Das ist ein voller, aber sehr schöner Tag.

Übernachten in einem Bootshaus auf den Färöern

Übernachten bei Sørvágsvatn und Trælanípa

Möchtest du diese Wanderung früh machen oder mit der Drangarnir-Bootstour kombinieren? Dann ist eine Übernachtung auf Vágar sehr praktisch. Du wohnst dann in der Nähe des Starts der Wanderung, von Sørvágur, dem Flughafen, Bøur und Múlafossur.

Für diese Wanderung sind vor allem Miðvágur, Sandavágur und Sørvágur praktisch. Du bist dann in der Nähe von Trælanípa und musst nicht erst aus Tórshavn anreisen. Das Angebot an Unterkünften ist nicht besonders groß. Buche deshalb rechtzeitig, wenn du im Sommer reist.

Sieh dir hier Unterkünfte auf Vágar bei Sørvágsvatn und Sørvágur an. Möchtest du lieber mehrere Tage an einem zentralen Ort auf den Färöern bleiben? Dann ist Tórshavn praktischer. Für diese Wanderung musst du von dort jedoch ein Stück fahren.

Lohnt sich die Sørvágsvatn-Wanderung?

Ja, unserer Meinung nach schon. Auch wenn 200 Dänische Kronen pro Person für eine Wanderung ziemlich teuer sind, ist die Aussicht wirklich besonders. Es passiert schließlich nicht jeden Tag, dass du einen See über dem Ozean schweben siehst.

Die Wanderung selbst ist schön und gut machbar, aber nicht überall spektakulär. Ihre Stärke liegt vor allem am Ende: Trælanípa, die Klippen, das Meer und die bekannte Perspektive auf Sørvágsvatn. Wenn du das weißt, startest du mit den richtigen Erwartungen.

Für uns war die Wanderung eine sehr schöne Kombination mit der Drangarnir-Bootstour am selben Tag. Zuerst sahen wir die Färöer vom Wasser aus, danach von den Klippen. Und trotz Wind, Schlamm und Winterkleidung im Juni fanden wir dies eine der schönsten Wanderungen auf Vágar.

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