Ein Auto auf den Färöern zu mieten, ist unserer Meinung nach die beste Wahl, wenn du viel von den Inseln sehen möchtest. Die Entfernungen sind nicht groß, aber unterwegs möchtest du gerade oft anhalten. Für einen Aussichtspunkt. Für einen Wasserfall. Für ein Schaf, das mitten auf der Straße steht, als würde ihm die Straße gehören. Und manchmal einfach, weil das Licht plötzlich wunderschön auf den Fjord fällt.
Wir mieteten für unsere 7-tägige Rundreise durch die Färöer ein Auto. Das buchten wir über Discover Cars und es war eigentlich sehr einfach organisiert. Auto am Flughafen abholen, Gepäck einladen und losfahren. Der Flughafen der Färöer ist klein. Du musst also nicht lange suchen oder mit deinen Koffern weit laufen.
In diesem Blog teile ich unsere Erfahrungen mit dem Mieten eines Autos und dem Fahren auf den Färöern. Von Mautstraßen und Tunneln bis zu einspurigen Straßen, verwirrenden Geschwindigkeitszeichen, starken Windböen und der Frage, warum wir froh waren, keinen festen Plan mit Bussen oder Fähren zu haben.
Das liest du in diesem Blog
Brauchst du einen Mietwagen auf den Färöern?
„Brauchen“ ist vielleicht ein großes Wort, denn auf den Färöern fahren auch Busse. Wenn du aber in kurzer Zeit viel sehen möchtest, würde ich wirklich ein Auto mieten. Besonders wenn du nicht nur in Tórshavn bleibst, sondern auch nach Vágar, Streymoy, Eysturoy, Klaksvík und Viðoy fahren möchtest.

Mit einem Mietwagen kannst du deinen Tag viel einfacher anpassen. Das ist auf den Färöern sehr praktisch. Das Wetter verändert sich schnell. Ein Aussichtspunkt kann um 10 Uhr im Nebel liegen und um 12 Uhr plötzlich völlig frei sein. Mit einem Auto kannst du deine Planung verschieben, eine andere Route fahren oder einfach kurz warten.
Wir reisten mit unserer acht Monate alten Tochter. Dann ist ein Mietwagen besonders angenehm. Sie konnte im Auto schlafen, zusätzliche Kleidung lag hinten, die Babytrage war immer griffbereit und wir mussten keinen Bus erreichen. Besonders als sie während der Reise krank wurde, waren wir froh, dass wir flexibel bleiben konnten.
Möchtest du wissen, wie wir unsere Route mit dem Mietwagen planten? Lies dann auch unsere 7-tägige Rundreise durch die Färöer.
Mietwagen am Flughafen der Färöer abholen
Einen Mietwagen am Flughafen der Färöer abzuholen, ist sehr einfach. Der Flughafen liegt auf Vágar und ist klein. Du läufst also nicht eine Viertelstunde durch Parkhäuser oder an endlosen Schaltern vorbei. Gepäck abholen, zum Schalter der Autovermietung gehen und kurz danach stehst du draußen bei deinem Auto.
Wir hatten unser Auto vorher über Discover Cars gebucht. Das funktionierte gut. Gerade für ein Reiseziel wie die Färöer würde ich vorher buchen, denn die Auswahl ist nicht unbegrenzt. Besonders im Sommer möchtest du nicht erst vor Ort feststellen, dass die günstigeren Autos bereits weg sind.
Wie sind die Straßen auf den Färöern?
Was uns sofort auffiel: Die Straßen sind wirklich sehr gut. Wir hatten vorher etwas schmale und holprige Inselstraßen erwartet. Das war aber viel weniger schlimm als gedacht. Der Asphalt ist meistens sehr gut, wir sahen kaum Baustellen und es gibt fast keine Ampeln. Dadurch ist das Fahren auf den Färöern überraschend entspannt.
Natürlich fährst du nicht überall über breite Autobahnen. Viele Routen führen entlang von Fjorden, durch Tunnel oder über Bergpässe. Die Hauptstraßen sind aber gut gepflegt und deutlich. Du solltest vor allem ruhig fahren und nicht denken, dass jede kurze Entfernung automatisch auch schnell gefahren ist.
Der Reiz des Autofahrens auf den Färöern liegt gerade in der Strecke selbst. Manchmal ist die Straße zu einem Dorf schöner als das Dorf selbst. Das erlebten wir zum Beispiel auf Eysturoy. Dort waren die Routen entlang der Fjorde, grünen Hänge und Bergpässe bereits ein großer Teil des Erlebnisses.

Einspurige Straßen auf den Färöern
An verschiedenen Orten kommst du auf einspurige Straßen. Das klingt spannender, als es ist. Wir fanden sie gut machbar, solange du keine Eile hast. Du fährst langsam, schaust nach vorne und nutzt die Ausweichstellen, wenn dir ein anderes Auto entgegenkommt.
Manchmal musst du kurz an den Rand fahren oder warten, bis das andere Auto vorbeigefahren ist. Das gehört dazu. Die meisten Fahrer bleiben dabei sehr entspannt. Du merkst, dass alle an schmale Straßen gewöhnt sind. Probleme entstehen vor allem, wenn du zu schnell oder unsicher fährst.
Auf einigen Routen solltest du besonders ruhig fahren. Dazu gehören die Straßen nach Saksun, Tjørnuvík und zu einigen höher gelegenen Parkplätzen bei Wanderungen. Auch bei Klakkur fuhren wir über eine schmalere Straße und eine Schotterstraße zum oberen Parkplatz. Das war gut machbar. Du solltest aber logisch denken und deiner Navigation nicht blind folgen.
Tunnel und Mautstraßen auf den Färöern
Auf den Färöern gibt es mehrere Tunnel, darunter einige Unterwassertunnel. Für manche Tunnel musst du Maut bezahlen. Du musst dabei nicht an einer Mautstation anhalten. Du fährst einfach durch und dein Kennzeichen wird registriert.
Bei einem Mietwagen werden die Mautkosten meistens später über die Autovermietung abgerechnet. Bei uns wurde der Betrag später von der Kreditkarte abgebucht. Wir bezahlten in einer Woche insgesamt 630 DKK für Mautstraßen. Diese Kosten solltest du also in deinem Budget berücksichtigen.
Wenn du mehrmals durch den Vágatunnilin, Norðoyatunnilin oder Eysturoyartunnilin fährst, steigt der Betrag schnell. Wir fanden das nicht schlimm, denn die Tunnel machen das Reisen auf den Färöern sehr einfach. Du bist viel weniger von Fähren abhängig und kannst viele Hauptinseln innerhalb einer Woche mit dem Auto erreichen.
Beachte, dass sich Preise und Bedingungen ändern können. Frag deshalb beim Abholen des Mietwagens, wie deine Autovermietung die Tunnelkosten abrechnet. Dann weißt du direkt, ob nach deiner Reise noch ein Betrag von deiner Kreditkarte abgebucht wird.
Der Eysturoyartunnilin: durch den Tunnel mit Unterwasser-Kreisverkehr
Einer der bekanntesten Tunnel auf den Färöern ist der Eysturoyartunnilin. Das ist der Tunnel mit dem Kreisverkehr unter dem Meer und der Lichtkunst. Natürlich steigst du dort nicht aus. Trotzdem ist es lustig, einmal hindurchzufahren. Es fühlt sich ein wenig wie eine Attraktion an, obwohl du eigentlich nur auf dem Weg zum nächsten Dorf bist.
Dieser Tunnel ist praktisch, wenn du von Streymoy nach Eysturoy, Klaksvík oder zu den nördlichen Inseln fährst. Möchtest du Maut sparen, kannst du in einigen Fällen auch über die Brücke fahren. Das dauert länger, ist aber kostenlos und häufig ebenfalls schön. Wir nutzten beide Möglichkeiten, je nach Planung.
Geschwindigkeit auf den Färöern: Achte auf die Ortsschilder
Grundsätzlich ist das Fahren auf den Färöern übersichtlich. Außerhalb geschlossener Ortschaften darfst du meistens 80 km/h fahren. In Dörfern und Städten sind es normalerweise 50 km/h, wenn nichts anderes angegeben ist. Eine Sache fanden wir allerdings verwirrend.
Kurz vor einigen Ortschaften steht ein Schild mit 60 km/h. Wenige Meter später kommt das Ortsschild. Ab diesem Moment befindest du dich innerhalb der Ortschaft und darfst normalerweise nur noch 50 km/h fahren, nicht mehr 60. Das fühlt sich merkwürdig an, weil kurz davor noch ein Schild mit 60 stand. Am Anfang fanden wir das ziemlich verwirrend.
Unser Tipp: Siehst du ein Ortsschild, geh einfach von 50 km/h aus, wenn danach nichts anderes deutlich angegeben ist. So fährst du sicher und vermeidest Probleme mit Bußgeldern.
Ampeln? Fast keine gesehen
Auch das macht das Fahren auf den Färöern angenehm: Es gibt fast keine Ampeln. Du fährst viel durch offene Landschaften, entlang von Fjorden und durch kleine Dörfer. Dadurch wirkt das Fahren ruhig, selbst wenn du an einem Tag mehrere Orte besuchst.
Das bedeutet nicht, dass du überall schnell fahren kannst. Durch Kurven, Wind, Schafe und schmale Abschnitte wird dein Tempo automatisch niedriger. Die Färöer sind aber kein Reiseziel, an dem du ständig im Verkehr stehst. Das fanden wir wunderbar.

Schafe auf und neben der Straße
Du kannst keinen Blog über das Autofahren auf den Färöern schreiben, ohne die Schafe zu erwähnen. Sie stehen überall. Neben der Straße, auf den Hängen, auf Parkplätzen und manchmal einfach mitten auf der Fahrbahn. Meistens bleiben sie ruhig stehen. Geh aber nicht davon aus, dass sie logisch reagieren.
Deshalb fuhren wir auf einigen Abschnitten lieber etwas langsamer. Besonders bei Kurven und Hügeln möchtest du nicht plötzlich von einem Schaf überrascht werden, das die Straße überquert. Ehrlich gesagt macht es das Fahren aber auch lustig. Die Schafe gehören einfach zu den Färöern.

Vorsicht bei starkem Wind beim Öffnen der Autotür
Der Wind auf den Färöern kann stark sein. Nicht nur während Wanderungen, sondern auch wenn du irgendwo parkst. Pass deshalb gut auf, wenn du deine Autotür öffnest. Eine starke Windböe kann dir die Tür schnell aus der Hand ziehen.
Das klingt vielleicht wie eine Kleinigkeit. Auf Inseln, auf denen es häufig stark weht, solltest du aber wirklich darauf achten. Halte die Tür gut fest, besonders auf offenen Parkplätzen bei Klippen, Fjorden oder Aussichtspunkten. Steig außerdem nicht unaufmerksam aus, wenn du auf der Seite sitzt, von der der Wind kommt.

Parken auf den Färöern
Das Parken fanden wir meistens einfach. Bei vielen Dörfern, Aussichtspunkten und Wanderungen konnten wir unser Auto problemlos abstellen. Manchmal ist es ein kleiner Schotterplatz, manchmal ein offizieller Parkplatz und manchmal einfach eine logische Stelle neben der Straße.
Achte darauf, dass du eine Ausweichstelle auf einer schmalen Straße nicht als Parkplatz benutzt. Diese Stellen sind dafür gedacht, dass Autos aneinander vorbeifahren können. Besonders auf einspurigen Straßen solltest du dort kein Auto stehen lassen.
An beliebten Orten wie Sørvágsvatn, Múlafossur oder Saksun kann es voller sein. Wir hatten aber nirgendwo große Parkplatzprobleme. Trotzdem gilt: Komm lieber nicht zur vollsten Zeit des Tages, wenn du keine Lust auf die Suche nach einem Platz hast.
„`htmlMit einem Baby auf den Färöern Auto fahren
Für uns war ein Mietwagen mit Baby wirklich ideal. Wir konnten dem Rhythmus unserer Tochter folgen, einfach für eine Flasche oder eine neue Windel anhalten und die Wandersachen im Auto liegen lassen. Als sie krank wurde, konnten wir unsere Planung anpassen, ohne von Fähren oder Bussen abhängig zu sein.
Die Entfernungen sind kurz genug, damit die Fahrten übersichtlich bleiben. Eine Fahrt von einer Stunde fühlt sich auf den Färöern außerdem häufig kürzer an, weil du unterwegs so viel siehst. Natürlich können Babys selbst eine andere Meinung dazu haben.
Unser Tipp: Lege Regenkleidung, eine zusätzliche Kleidungsschicht, die Babytrage und Essen und Getränke griffbereit ins Auto. Am ersten Tag lag unsere Regenkleidung noch irgendwo ganz unten im Koffer. Das war nicht praktisch, als wir direkt nach der Ankunft bei Múlafossur im Regen standen.

Welches Auto brauchst du auf den Färöern?
Für eine normale Rundreise durch die Färöer brauchst du keinen großen Geländewagen mit Allradantrieb. Die Hauptstraßen sind gut und die meisten Orte erreichst du problemlos mit einem normalen Mietwagen. Ein Auto mit genug Leistung und guter Bodenhaftung ist aber angenehm, wenn du über Bergpässe oder steilere Straßen zu Parkplätzen fährst.
Wähle vor allem ein Auto, das zu deiner Reisegruppe und deinem Gepäck passt. Wir reisten mit einem Baby. Dann hast du schnell mehr Gepäck dabei, als du vorher zugeben möchtest. Denk an Koffer, Kindersitz, Babytrage, Windeln, zusätzliche Kleidung und Wandersachen.
Reist du im Winter, würde ich besonders gut auf Reifen, Versicherung und Bedingungen achten. Auf den Färöern kann es nass, windig und glatt sein. Im Sommer war ein normaler Mietwagen für uns völlig ausreichend.
Versicherung und Kreditkarte
Wie bei fast jedem Mietwagen brauchst du eine Kreditkarte für die Kaution. Außerdem wurden bei uns die Mautkosten später von der Kreditkarte abgebucht. Berücksichtige das, wenn du nach der Reise noch eine Abbuchung siehst.
Prüfe bei der Buchung genau die Versicherung, die Selbstbeteiligung und die enthaltenen Leistungen. Auf den Färöern fährst du häufig über schmale Straßen, an Schafen vorbei und manchmal über Schotterstraßen zu Parkplätzen. Dann ist es angenehm zu wissen, was versichert ist.

Ist das Autofahren auf den Färöern schwierig?
Wir fanden das Fahren auf den Färöern vor allem entspannt. Die Straßen sind gut, es gibt wenig Verkehr und die meisten Routen sind übersichtlich. Das Spannendste sind nicht Verkehr oder Chaos, sondern schmale Abschnitte, Wind, Schafe und manchmal Nebel.
Wenn du ruhig fährst, nach vorne schaust und keine Eile hast, ist es wirklich gut machbar. Gerade weil der Verkehr so ruhig ist, fanden wir das Autofahren hier angenehmer als in vielen anderen Ländern. Du musst nicht ständig die Spur wechseln, vor Ampeln bremsen oder durch große Städte fahren.
Du musst dein Tempo aber an die Bedingungen anpassen. Bei starkem Wind, Nebel oder Regen fährst du einfach etwas langsamer. Auf den Färöern ist das keine Schwäche, sondern gesunder Menschenverstand.
Praktische Tipps zum Autofahren auf den Färöern
- Buche deinen Mietwagen im Voraus. Besonders im Sommer ist die Auswahl begrenzt.
- Hole dein Auto am Flughafen ab. Der Flughafen ist klein, übersichtlich und praktisch.
- Prüfe, wie die Maut abgerechnet wird. Bei uns wurden 630 DKK später von der Kreditkarte abgebucht.
- Achte auf Ortsschilder. Nach dem Ortsschild gelten meistens 50 km/h, auch wenn kurz davor noch ein Schild mit 60 stand.
- Fahr auf einspurigen Straßen ruhig. Nutze die Ausweichstellen und lass dich nicht stressen.
- Parke nicht auf Ausweichstellen. Diese werden für den Gegenverkehr gebraucht.
- Halte deine Autotür bei starkem Wind gut fest. Eine Windböe kann sie schnell aufreißen.
- Achte auf Schafe. Besonders bei Kurven, Hügeln und schmalen Straßen.
- Lege deine Regenkleidung griffbereit ins Auto. Du brauchst sie wahrscheinlich schneller, als du denkst.
- Sieh die Route als Teil deiner Reise. Auf den Färöern sind die Straßen häufig genauso schön wie die Stopps.
Auto auf den Färöern mieten: ja oder nein?
Ja, unserer Meinung nach solltest du es auf jeden Fall machen. Ein Mietwagen macht deine Reise durch die Färöer viel einfacher, flexibler und schöner. Du kannst anhalten, wo du möchtest, deine Planung an das Wetter anpassen und Orte besuchen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwieriger zu erreichen sind.
Wir fanden die Straßen überraschend gut, den Verkehr ruhig und das Fahren übersichtlich. Die einspurigen Straßen brauchen etwas Geduld, die Mautstraßen kosten zusätzliches Geld und der Wind kann dir fast die Tür aus der Hand ziehen. Auf all diese Dinge kannst du dich aber gut vorbereiten.
Für unsere einwöchige Reise war der Mietwagen unverzichtbar. Besonders mit einem Baby, wechselhaftem Wetter und einer Route über mehrere Inseln. Möchtest du ebenfalls einen Roadtrip über Vágar, Streymoy, Eysturoy, Klaksvík und Viðoy machen? Dann würde ich den Mietwagen vorher buchen und danach einfach losfahren.
Möchtest du direkt eine logische Route planen? Sieh dir dann unsere 7-tägige Rundreise durch die Färöer an.

Buche unkompliziert deine Reise auf die Färöer-Inseln
Flugtickets
Hotels & Apartments
Auto mieten

