Die Drangarnir-Bootstour stand auf unserer Liste für die Färöer ganz weit oben. Kein Wunder, denn Drangarnir ist eine der bekanntesten Felsformationen der Inseln. Vor der Küste von Vágar stehen zwei riesige Felsen im Meer. Besonders bekannt ist der große Felsbogen, durch den das Meer hindurchströmt.
Wir machten die Bootstour ab Sørvágur. Und das war eine sehr schöne Art, Drangarnir zu besuchen. Besonders dann, wenn du keine lange Wanderung machen möchtest oder wie wir mit einem Baby reist. Vom Wasser aus kommst du nah an die Felsen heran, fährst an wunderschönen Klippen und einem Wasserfall vorbei und siehst unterwegs auch Papageitaucher durch die Luft fliegen. Und was eine Tour ebenfalls immer interessant macht: Du lernst etwas von einem einheimischen Guide. Unser Guide sagte zum Beispiel: Schlechtes Wetter gibt es auf den Färöern nicht. Nur schlechte Kleidung!
In diesem Blog erzähle ich dir alles über unsere Erfahrungen mit der Drangarnir-Bootstour. Du liest, was du unterwegs siehst, wie die Bootstour mit einem Baby ist, welche Kleidung du brauchst und ob wir die Tour empfehlen können.
Das liest du in diesem Blog
Was ist Drangarnir?
Drangarnir ist eine bekannte Felsformation vor der Küste von Vágar, einer der westlichen Inseln der Färöer. Die beiden Felsen liegen zwischen Vágar und der kleinen Insel Tindhólmur. Besonders der große Felsbogen macht diesen Ort so leicht erkennbar.
Auf Fotos sieht Drangarnir bereits beeindruckend aus. Aber erst vom Wasser aus merkst du, wie rau diese Küste wirklich ist. Hohe Klippen, tiefe Spalten in den Felsen, Meerwasser, das gegen die Wände schlägt, und Vögel, die überall an den Felsen entlangfliegen. Genau für diese Landschaft reist du auf die Färöer. An vielen Orten kannst du sie bei einer Wanderung oder mit dem Auto erleben. Diese Tour ist jedoch eine der wenigen Möglichkeiten, die Inseln vom Wasser aus zu sehen.
Du kannst Drangarnir auch bei einer Wanderung vom Land aus sehen. Diese Wanderung darfst du jedoch nicht einfach allein machen. Du brauchst dafür einen Guide oder eine Erlaubnis und die Wanderung dauert etwa 3 bis 4 Stunden. Die Bootstour ist deshalb eine viel einfachere Möglichkeit, Drangarnir aus der Nähe zu sehen.

Die Drangarnir-Bootstour ab Sørvágur
Die Bootstour startet in Sørvágur, einem Dorf auf Vágar. Die Lage ist praktisch, denn von hier bist du auch schnell am Flughafen, bei Múlafossur, in Bøur und bei der bekannten Wanderung nach Sørvágsvatn und Trælanípa.
Wir starteten am Morgen. Zuerst regnete es ziemlich stark. Deshalb hatten wir kurz den Gedanken: Sitzen wir gleich völlig durchnässt in einem Boot? Als wir am Hafen ankamen, wurde das Wetter zum Glück etwas besser. Da du größtenteils zwischen den Klippen und Inseln fährst, waren wir nicht wirklich auf dem offenen Meer. Dadurch fühlte sich die Bootstour viel entspannter an, als ich vorher erwartet hatte. Wegen Windstärke 6 war das Meer leider trotzdem zu unruhig, um durch den Felsbogen zu fahren.
Wir gingen gut eingepackt an Bord. Das ist hier wirklich nötig. Selbst wenn es trocken ist, kann es auf dem Wasser kühl werden. Die Tour wurde von einem Ehepaar begleitet. Dadurch wirkte alles direkt persönlicher und kleiner.
Möchtest du diese Tour selbst machen? Dann kannst du hier bereits die Drangarnir-Bootstour ab Sørvágur buchen.
Mit dem Boot zwischen den Klippen
Uns gefiel besonders, dass sich die Bootstour nicht wie eine wilde Fahrt über das offene Meer anfühlte. Natürlich bist du weiterhin auf den Färöern und das Wetter kann jederzeit wechseln. Da du aber geschützt zwischen den Klippen und Inseln fährst, war die Fahrt bei uns überraschend ruhig.
Unterwegs fährst du an rauen Felswänden vorbei und kommst Drangarnir immer näher. Die bekannte Felsformation mit der großen Öffnung ist aus der Nähe wirklich schön. Von Fotos kennst du das Bild vielleicht bereits. Auf dem Wasser siehst du jedoch erst richtig, wie groß und unregelmäßig die Felsen sind.
Das Schöne an dieser Bootstour ist, dass du die Küste aus einer völlig anderen Perspektive siehst. Viele Orte auf den Färöern betrachtest du von einer Klippe oder einem Wanderweg aus. Hier sitzt du tief auf dem Wasser und schaust zu den riesigen Felswänden hinauf. Außerdem flogen überall Papageitaucher über uns hinweg!

Papageitaucher rund um die Felsen
Eine der schönsten Überraschungen unterwegs waren die Papageitaucher. Das sind kleine schwarz-weiße Seevögel mit einem auffällig bunten Schnabel. Auf Englisch heißen sie Puffins. Diesen Namen siehst du auf den Färöern ebenfalls sehr häufig.
Sie flogen überall rund um die Felsen und waren auf der Suche nach Nahrung. Du musst allerdings gut hinschauen, denn sie sind kleiner, als du vielleicht erwartest. Aus der Entfernung siehst du vor allem kleine Vögel, die dicht über das Wasser fliegen. Ein gutes Foto von ihnen zu machen, ist außerdem gar nicht so einfach.

Bei unserer Reise nach Island hatten wir sie leider verpasst. Wir waren dort im Herbst und laut unserem Guide verlassen sie die Küste ab Mitte August wieder in großen Gruppen. Nun konnten wir sie endlich sehen! Du kommst natürlich hauptsächlich wegen Drangarnir. Die Vögel machen eine solche Bootstour aber noch lebendiger. Es fühlt sich dadurch nicht nur wie eine Fahrt an Felsen vorbei an, sondern wie ein Stück Natur, das ständig in Bewegung ist.

Auch an Múlafossur vom Meer aus vorbei
Nach Drangarnir fuhren wir weiter in Richtung eines Wasserfalls, der direkt ins Meer fällt. Das ist ein typisches Bild der Färöer: hohe Klippen, grüne Hänge und Wasser, das direkt in den Ozean stürzt.
Wenn du Múlafossur bisher nur vom Land aus gesehen hast, ist es schön, ihn auch einmal vom Wasser aus zu betrachten. Vom Meer aus erkennst du gut, wie der Wasserfall in der Landschaft liegt und wie steil die Küste hier wirklich ist.

Wir fuhren auch an alten Felsformationen auf dieser Seite der Insel vorbei. Die Guides erzählten unterwegs etwas über die Umgebung, ohne dass es sich wie Unterricht anfühlte. Die NASA nimmt hier jedes Jahr Proben, weil die Landschaft in diesem Gebiet dem Mars besonders ähnlich sein soll. Wieder eine interessante Tatsache, die wir mit nach Hause nehmen konnten.
Mit einem Baby auf der Drangarnir-Bootstour
Wir machten diese Bootstour mit unserer acht Monate alten Tochter. Das funktionierte überraschend gut. Sie war warm angezogen und fand alles in Ordnung. Bis sie müde wurde, denn am Ende bestimmt ein Baby natürlich doch den Tagesablauf.
Auf halber Strecke schlief sie auf meinem Arm ein. Das bedeutete, dass ich die zweite Hälfte der Bootstour hauptsächlich drinnen saß und ein schlafendes Baby im Arm hielt. Meine Frau konnte draußen Fotos machen, während ich durch das Fenster noch ein wenig mitsehen konnte. Nicht ganz so, wie ich es vorher geplant hatte. Aber gut: Das Baby schläft und alle sind zufrieden.
Ist diese Bootstour mit einem Baby geeignet? Unserer Meinung nach ist es möglich, aber nur bei einigermaßen gutem Wetter und mit einer guten Vorbereitung. Zieh dein Baby warm an, nimm etwas als Schutz gegen den Wind mit und bleib selbst flexibel. Du solltest nicht erwarten, dass du die gesamte Tour entspannt draußen stehst und Fotos machst. Zum Glück haben unsere Guides selbst fünf Kinder und konnten uns deshalb noch einige Tipps geben.
Mit älteren Kindern stelle ich mir diese Tour besonders schön vor. Das Boot ist klein, die Felsen sind beeindruckend und unterwegs gibt es genug zu sehen. Bei Kindern, die schnell seekrank werden, würde ich jedoch vorher gut überlegen. Es bleibt schließlich eine Bootstour auf den Färöern.

Wie war das Wetter auf dem Boot?
Das Wetter auf den Färöern ist ein eigenes Thema. Als wir losfuhren, regnete es zuerst. Danach wurde es heller und auf dem Boot war das Wetter am Ende gar nicht so schlecht. Das ist hier ganz normal: An einem einzigen Tag erlebst du oft mehrere Arten von Wetter.
Die Frau, die die Tour begleitete, machte dazu eine passende Bemerkung. Ungefähr so: Auf den Färöern gibt es eigentlich kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Du musst dich einfach gut anziehen und nicht zu lange auf „perfektes“ Wetter warten. Sonst kannst du hier sehr lange warten.
Für diese Bootstour würde ich auf jeden Fall mehrere Schichten anziehen. Denk an einen warmen Pullover, eine winddichte Jacke, eine Mütze oder Kapuze und Schuhe, die ein wenig Wasser vertragen. Selbst wenn es in Sørvágur trocken aussieht, kann es auf dem Wasser kühl sein.
Drangarnir-Bootstour oder Wanderung?
Viele Menschen überlegen, ob sie zu Drangarnir wandern oder eine Bootstour machen sollen. Beide Möglichkeiten haben ihre Vorteile. Bei der Wanderung siehst du Drangarnir vom Land aus und bekommst den bekannten Blick auf die Felsen und Tindhólmur. Die Wanderung ist jedoch länger, darf nur mit einem Guide oder einer Erlaubnis gemacht werden und kostet mehr Zeit.
Die Bootstour ist deutlich einfacher. Du startest in Sørvágur, bist ungefähr 1,5 Stunden unterwegs und kommst vom Wasser aus sehr nah an die Felsen heran. Für uns war das ideal, besonders mit einem Baby und weil wir später am Tag noch bei Sørvágsvatn wandern wollten. Die Bootstour ist allerdings teurer.
Möchtest du vor allem den klassischen Blick von oben sehen? Dann ist die Wanderung interessanter. Möchtest du Drangarnir auf eine einfache, schöne und relativ kurze Art erleben? Dann ist die Bootstour eine sehr gute Wahl.

Was solltest du mitnehmen?
Für diese Bootstour brauchst du nicht besonders viel. Ein wenig Vorbereitung ist jedoch hilfreich. Das würde ich mitnehmen:
- Warmer Pullover oder Fleecejacke
- Wind- und Regenjacke
- Mütze oder Kapuze, auch im Sommer
- Wasserdichte Tasche oder Regenhülle, wenn es regnet
- Etwas, womit du dein Handy an dir befestigen kannst, damit es nicht unerwartet über Bord fällt
- Ein Mittel gegen Seekrankheit, wenn du dafür empfindlich bist
- Für Babys oder Kinder: zusätzliche Kleidungsschichten und etwas Warmes für nach der Tour
Und vielleicht der wichtigste Tipp: Verlass dich nicht auf das Wetter, das du morgens beim Aufwachen siehst. Auf den Färöern kann es eine Stunde später schon wieder völlig anders sein.
Tickets für die Drangarnir-Bootstour
Die Drangarnir-Bootstour ist beliebt. Das liegt vor allem daran, dass du auf eine relativ einfache Art einen der bekanntesten Orte auf Vágar erreichst. Ich würde deshalb im Voraus buchen, besonders in der Hauptsaison oder wenn du nur wenige Tage auf den Färöern hast.
Du kannst die Tour hier ansehen und buchen: Buche die Drangarnir-Bootstour über GetYourGuide.
Der Vorteil einer Buchung im Voraus ist, dass du direkt weißt, woran du bist. Auf den Färöern kann das Wetter Einfluss auf Touren haben. Prüfe deshalb immer die Bedingungen und behalte deine E-Mails oder Nachrichten im Blick, wenn das Wetter schlecht ist.

Mit Sørvágsvatn und Trælanípa kombinieren
Nach der Bootstour fuhren wir nicht zurück zu unserer Unterkunft, sondern weiter zur bekannten Wanderung bei Sørvágsvatn und Trælanípa. Darüber habe ich einen eigenen Blog geschrieben, den du unbedingt lesen solltest. Das ist der Ort, an dem es so aussieht, als würde ein See über dem Meer schweben. Es ist vielleicht eines der bekanntesten Bilder der Färöer. Die Fahrt dauerte weniger als 15 Minuten. Deshalb kannst du beide Aktivitäten sehr gut miteinander kombinieren!
Unsere Wanderung war am Ende ungefähr 8 Kilometer lang. Für färöische Verhältnisse fanden wir sie recht gut machbar. Der größte Teil der Strecke ist relativ flach. Am Ende musst du allerdings noch einmal steil zum Aussichtspunkt an den Klippen hinaufgehen.
Von dort siehst du, wie das Meer gegen die hohen Felswände schlägt. Außerdem bekommst du die besondere Perspektive, bei der der See hoch über dem Ozean zu liegen scheint. Unsere Tochter hat davon wenig mitbekommen, denn sie schlief fast während der gesamten Wanderung. Nach einem Reisetag war das auch nicht schlecht.
Für uns ist das eine sehr logische Kombination: zuerst die Bootstour ab Sørvágur und danach die Wanderung bei Sørvágsvatn. Du bleibst auf Vágar und musst nicht weit fahren.

Übernachten auf Vágar
Machst du diese Bootstour früh am Tag oder möchtest du sie mit Sørvágsvatn, Múlafossur und Bøur kombinieren? Dann ist eine Übernachtung auf Vágar sehr praktisch. Du wohnst dann in der Nähe von Sørvágur, dem Flughafen und einigen der bekanntesten Orte der Färöer.
Du kannst eine Unterkunft direkt in Sørvágur wählen oder einen stimmungsvolleren Ort in Richtung Bøur oder Gásadalur. Das Angebot ist nicht besonders groß. Buche deshalb rechtzeitig. Besonders im Sommer sind gute Unterkünfte schnell ausgebucht.
Möchtest du mehrere Tage an einem zentralen Ort bleiben? Dann ist Tórshavn als Ausgangspunkt praktischer. Für diese Bootstour musst du von dort jedoch ein Stück nach Vágar fahren.
Lohnt sich eine Drangarnir-Bootstour?
Ja, unserer Meinung nach schon. Vor allem, weil du in kurzer Zeit sehr viel siehst: Drangarnir, Tindhólmur, hohe Klippen, Papageitaucher und mit etwas Glück auch Múlafossur vom Meer aus.
Es ist keine lange Tagestour und körperlich musst du nur wenig leisten. Das macht die Bootstour zu einer schönen Aktivität, wenn du etwas Besonderes sehen möchtest, aber nicht mehrere Stunden wandern willst. Besonders mit einem Baby war sie für uns eine gute Wahl.
Du solltest jedoch mit den richtigen Erwartungen starten. Es bleibt eine Bootstour auf den Färöern und das Wetter bestimmt einen großen Teil des Erlebnisses. An einem einzigen Morgen kannst du Sonne, Regen, Wind und Nebel bekommen. Aber genau das gehört hier auch ein wenig dazu.
Für uns war die Tour ein sehr schöner Start in den Tag. Nicht zu anstrengend, aber trotzdem besonders. Außerdem gab es genug Momente, in denen du denkst: Genau deshalb reist man auf die Färöer.
Praktische Tipps für die Drangarnir-Bootstour
- Zieh dich warm an. Auch wenn es trocken ist, kann es auf dem Wasser kühl werden.
- Nimm eine Regenjacke mit. Das Wetter auf den Färöern wechselt schnell.
- Buche im Voraus. Besonders wenn du nur wenige Tage auf Vágar hast. Hier kannst du die Drangarnir-Bootstour buchen.
- Erwarte kein großes Boot. Gerade die kleine Gruppe macht diese Tour so schön.
- Die Tour ist mit einem Baby oder Kindern möglich, aber bleib flexibel. Bei uns funktionierte es gut. Die Hälfte der Tour saß ich allerdings mit einem schlafenden Baby drinnen.
- Kombiniere die Tour mit Sørvágsvatn. Der See liegt in der Nähe und macht daraus einen schönen Tag auf Vágar.
- Halte deine Kamera bei den Papageitauchern bereit. Sie sind klein und schnell. Gute Fotos zu machen, ist deshalb schwieriger, als du denkst. Außerdem sind sie nur bis etwa Mitte August hier.

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