Unser dritter und letzter Halt heute: Tirta Gangga. Ein Name, der vielleicht etwas mysteriös klingt, aber sobald du hier herumläufst, verstehst du, warum dies einer der schönsten Orte in Ost-Bali ist. Dieses ehemalige Königspalais ist vor allem bekannt für seine fotogenen Wassergärten voller Springbrunnen, Teiche und… viele Fische. Es fühlt sich an wie eine Oase der Ruhe mitten im Grün. Nach einem Tag voller Eindrücke war dies für uns der perfekte Abschluss. Einmal durchatmen, spazieren gehen und das plätschernde Wasser um dich herum genießen.
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Ein wenig Geschichte über den Wasserpalast Tirta Gangga
Tirta Gangga wurde 1946 vom letzten König von Karangasem erbaut, aber es wurde erst in den 70er Jahren nach Renovierung und Wiederherstellung der Schäden durch den Ausbruch des Mount Agung 1963 wirklich für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem hat es sich zu einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Ost-Bali entwickelt.

Das Palais liegt am Fuße des heiligen Berges Mount Agung und ist nach dem Fluss Ganges in Indien benannt. „Tirta“ bedeutet heiliges Wasser auf Sanskrit, was perfekt zum Ort passt. Die Quellen auf dem Gelände gelten bei der lokalen Bevölkerung als heilig. Einige Bäder werden noch für Rituale und Reinigungszeremonien genutzt. Es ist üblich, lokale Familien mit Opfergaben, Blumen und Weihrauch zu sehen, die auf traditionelle Weise beten und sich im Quellwasser waschen. Das Palais selbst ist also nicht nur eine touristische Attraktion, sondern auch ein Ort mit spiritueller Bedeutung für die Balinesen.

Fische füttern und die bekannten Steinstufen überqueren
Sobald du den Haupteingang betrittst, fällt dein Blick sofort auf den berühmten runden Teich mit großen, bunten Koi-Karpfen. Sie schwimmen in Gruppen durch das klare Wasser und ziehen sofort deine Aufmerksamkeit auf sich. In der Mitte des Teichs liegen die bekannten Steinstufen: große flache Steine, über die man laufen kann. Super spaßig, denn so befindest du dich wortwörtlich zwischen den Fischen. Für die meisten Menschen ist es eine kleine Herausforderung, einen ruhigen Moment für das perfekte Foto zu finden – aber das geht meistens recht schnell.
Jacco konnte es natürlich nicht lassen, die Fische zu füttern. Am Eingangshäuschen kannst du für ein paar Tausend Rupiah eine Tüte Fischfutter kaufen. Sobald du das ins Wasser wirfst, herrscht großer Trubel: Dutzende Fische kommen zum Futter und zappeln fröhlich, um ein Häppchen zu ergattern. Für Kinder (und Erwachsene mit kindlichem Herzen, wie wir) ist das wirklich ein Highlight.

Was gibt es noch zu sehen?
Tirta Gangga ist mehr als nur dieser eine Teich. Das Gelände erstreckt sich über etwa 1,2 Hektar und besteht aus mehreren Ebenen mit Springbrunnen, Teichen, Statuen, Pflanzen und Spazierwegen. Es gibt traditionelle balinesische Statuen von Göttern und mythischen Wesen, darunter Drachen und Dämonen, die das Wasser nach hinduistischem Glauben schützen. Der große Brunnen in der Mitte des Parks mit mehreren Ebenen ist ein echter Blickfang und Symbol für Balance und Harmonie.
Es gibt auch einen separaten Badebereich, in dem du selbst in klarem, erfrischendem Quellwasser schwimmen kannst. Dieses Becken wird von denselben natürlichen Quellen gespeist wie die rituellen Bäder, ist aber für den Freizeitgebrauch gedacht. Also solltest du deine Badebekleidung mitbringen, wenn du das erleben möchtest. Rundherum findest du Bänke und Mauern, auf denen du sitzen und die Aussicht genießen kannst. Alles ist wunderschön symmetrisch angelegt, was den Park auch sehr fotogen macht.
Man kann auch eine kleine Bootsfahrt machen. Ich würde das nicht empfehlen. Ich sah vor allem Leute das machen, denen die Bilder für soziale Medien wichtiger waren als die Fahrt selbst.

Unsere Erfahrung: Zeit für ein Getränk und einen schönen Zwischenstopp
Was wir an Tirta Gangga so toll fanden, ist, dass es ein Ort ist, an dem man wirklich zur Ruhe kommt. Nach dem Trubel größerer Tempel wie Pura Besakih war das eine willkommene Abwechslung. Das Wasser, das Grün, die ruhige Atmosphäre und ein leckeres Getränk auf der Terrasse: hier hält man es prima eine Weile aus!
Wir sind gemütlich spazieren gegangen, sind über die Steine zwischen den Fischen gelaufen, haben viele Fotos gemacht und saßen eine Weile auf einer Bank mit Blick auf die Teiche. Ich war natürlich beschäftigt, die Fische zu füttern. Es kostet kaum etwas und die Fische sind dir jedenfalls sehr dankbar!

Praktische Infos zu Tirta Gangga
Ein Besuch von Tirta Gangga lässt sich leicht planen, wenn du in Ost-Bali wohnst oder in diese Richtung fährst. Es liegt nämlich ganz im Osten von Bali, weit entfernt von den belebtesten Gegenden. Es ist toll, die andere Seite Balis zu entdecken, fernab vom Trubel!
- Lage: Tirta Gangga liegt in der Region Karangasem, an der Ostseite Balis, etwa 2 Stunden Fahrt von Ubud oder 30 Minuten von Amed entfernt.
- Öffnungszeiten: täglich von 08:00 bis 18:00 Uhr
- Eintrittspreis: ca. 30.000 IDR pro Person (ca. 2 €)
- Fischfutter: erhältlich am Eingang für ein paar Tausend IDR (ca. 0,25 €)
- Schwimmen: erlaubt im separaten Becken gegen einen kleinen Aufpreis (ca. 10.000 IDR)
- Essen & Trinken: Es gibt ein Restaurant auf dem Gelände mit Blick über die Gärten und Teiche. Du kannst hier gut Mittagessen oder ein erfrischendes Getränk genießen. Tipp: Biete deinem Fahrer hier ein Getränk an, er wird es schätzen!
- Ausstattung: Toiletten, Umkleidekabinen, Souvenirläden
Tipp: Kombiniere den Wasserpalast Tirta Gangga mit anderen Stopps in Ost-Bali
Wir besuchten Tirta Gangga im Rahmen eines Tagesausflugs mit Fahrer (sehr zu empfehlen!). So kannst du mehrere schöne Orte in Ost-Bali kombinieren und dein eigenes Tempo bestimmen. Es ist in Bali ganz normal, mit einem Privatfahrer unterwegs zu sein (buch zum Beispiel hier eine Tour). Du kannst im Hotel oder beim nächstbesten Taxi danach fragen (oft bieten sie es sogar von sich aus an). Auch mit Apps wie der Grab-App ist das einfach. Dadurch konnten wir den Tempel mit anderen Sehenswürdigkeiten in Ost-Bali kombinieren. Das macht den Tag abwechslungsreich und du kannst gleich weiterfahren, wenn du fertig bist.
So haben wir unseren Tagesausflug gemacht:
- Pura Besakih — der größte und heiligste Tempel Balis, auch Muttertempel genannt. Eindrucksvoll und großartig.
- Penglipuran Village: Das Dorf Penglipuran Village (auch Sangeh Traditional Village genannt) ist ein Dorf auf Bali, in das du in die Geschichte eintauchst, aber mit echten Menschen.
Noch mehr zu entdecken:
- Lempuyang Tempel: bekannt von den „Gates of Heaven“, wo du durch ein Tor mit Mount Agung im Hintergrund schaust. Beachte, dass dieser sehr touristisch ist und du stundenlang in der Schlange für das perfekte Foto stehen musst.
- Wasserfälle: In der Nähe gibt es mehrere Wasserfälle. Wenn du ein Fan bist und eine Route planst, probiere Google Maps oder frag deinen Fahrer! Das passte nicht in unseren Tagesplan.
Wo übernachte ich in der Nähe von Tirta Gangga?
Willst du in der Nähe übernachten? Kein Problem! Hier drei Empfehlungen für jedes Budget:
- Budget: Aashaya Jasri Resort – Kleines und stimmungsvolles Resort 10 Minuten Fahrt entfernt, mit Pool und ruhigem Garten. Ab ca. 30 € pro Nacht.
- Mittelklasse: AlamGangga Villas Tirta Gangga – Gemütliche Villen mit Pool und Garten, große Terrasse mit Blick auf Reisfelder — ab ca. 55 € pro Nacht.
- Luxus: Alila Manggis – Stilvolles Resort am Meer mit Wellness und Infinity-Pool, etwa 25 Minuten von Tirta Gangga entfernt. Ab ca. 150 € pro Nacht.

Übernachten in einer Traumvilla in Lempuyang
Wir haben den Tag selbst etwas weiter weg von Sangeh Traditional Village beendet, nämlich in Lempuyang. Wir übernachteten im Lempuyang Boutique Hotel, das nicht ohne Grund den Spitznamen Traumvilla trägt. Und das war es auch: Eine Villa mit Blick auf Reisfelder und den Mount Agung in der Ferne. Wir sprangen in den Pool, bekamen eine Flasche italienischen Wein vom Haus, aßen ein romantisches Abendessen und schliefen unter den Sternen.


