Tjørnuvík ist eines dieser Dörfer, in denen du nicht zufällig landest. Du fährst ganz bewusst dorthin, über eine schmale Straße entlang von Bergen, Felswänden und dem Ozean. Dann endet die Straße plötzlich in einer kleinen Bucht mit schwarzem Strand, grünen Hängen und Aussicht auf zwei berühmte Felsen im Meer: Risin og Kellingin.
Wir besuchten Tjørnuvík während unserer Route durch Nord-Streymoy, nach Saksun und Fossá. Unserer Meinung nach ist das auch die beste Art, dieses Dorf zu besuchen: nicht als einzelner Tagesausflug, sondern als schöner letzter Stopp auf einer Route entlang einiger der rauesten Orte auf Streymoy.
In diesem Blog erzähle ich dir, was dich in Tjørnuvík auf den Färöern erwartet, wie die Straße dorthin ist, was du vom Strand aus siehst und warum dieses Dorf mehr als nur ein Fotostopp ist.
Das liest du in diesem Blog
Wo liegt Tjørnuvík?
Tjørnuvík liegt ganz im Norden von Streymoy, der größten Insel der Färöer. Das Dorf liegt am Ende der Straße, tief in einer Bucht zwischen den Bergen. Weiterfahren kannst du nicht. Du kommst also wirklich wegen Tjørnuvík selbst hierher.
Gerade diese Lage macht das Dorf besonders. Auf der einen Seite liegen die Berge hinter dir, auf der anderen Seite die schwarze Bucht und der Ozean. Bei klarem Wetter siehst du in der Ferne die zwei bekannten Felsen Risin og Kellingin. Das sind der Riese und die Hexe aus einer alten färöischen Legende.
Der Name Tjørnuvík wird manchmal auch als Tjornuvik geschrieben, also ohne die besonderen Buchstaben. Das ist praktisch zu wissen, wenn du den Ort in Google Maps suchst oder deine Reise planst.

Die Straße nach Tjørnuvík
Die Straße nach Tjørnuvík ist wunderschön, aber du musst aufmerksam bleiben. Das letzte Stück ist schmal und führt an der Felswand und dem Ozean entlang. An einigen Stellen fühlt es sich etwas spannend an, besonders wenn dir ein anderes Auto entgegenkommt.
Wie so oft auf den Färöern gibt es Ausweichstellen, an denen Autos aneinander vorbeifahren können. Das funktioniert gut, solange alle ruhig fahren. Erwarte aber keine breite, entspannte Straße, auf der du gleichzeitig lange in die Landschaft schauen kannst. Die Aussicht ist schön, aber deine Augen sollten hier vor allem auf der Straße bleiben.
Wir fanden die Route selbst schon sehenswert. Du fährst immer weiter in Richtung der Nordspitze von Streymoy und bekommst unterwegs das typische Gefühl der Färöer: grüne Hänge, dunkle Felsen, Wasser, Wind und ab und zu ein Schaf, das denkt, dass die Straße auch ihm gehört.

Das Dorf Tjørnuvík
Tjørnuvík ist klein und gemütlich. Erwarte kein großes Dorf mit Geschäften, Restaurants und vielen Einrichtungen. Du kommst vor allem hierher, um kurz herumzulaufen, das Meer zu riechen und die besondere Stimmung eines abgelegenen Dorfes am Ende der Straße zu erleben.
Wir fanden es angenehm, hier eine Pause vom Autofahren zu machen. Besonders mit einem Baby ist so ein Stopp auch einfach praktisch: kurz aussteigen, die Beine bewegen, frische Luft bekommen und nicht sofort zum nächsten Parkplatz weiterfahren.
Das Dorf liegt wunderschön vor den Bergen. Kleine Häuser, Gras, schwarze Steine, die Bucht vor dir und dahinter das Meer. Du musst hier keine Stunden bleiben. Trotzdem möchtest du dich kurz in Ruhe umsehen.
Tjørnuvík Beach: schwarzer Strand am Ende von Streymoy
Der Strand von Tjørnuvík ist ein schwarzer Sand- und Kiesstrand in einer tiefen Bucht. Der schwarze Strand macht diesen Ort sofort anders als viele andere Stopps auf den Färöern. Zusammen mit den grünen Hängen und dem dunklen Meer bekommt Tjørnuvík eine raue, fast filmische Stimmung.
Du kannst hier einfach ein wenig über den Strand laufen, die Wellen beobachten und die Aussicht genießen.
Uns gefiel besonders, dass sich Tjørnuvík nicht wie eine perfekt angelegte Sehenswürdigkeit anfühlt. Es ist einfach ein Dorf mit einem Strand. Kein großes Eingangstor, keine lange Warteschlange und kein großes Besucherzentrum. Einfach parken, laufen und schauen.

Aussicht auf Risin og Kellingin
Vom Strand blickst du auf Risin og Kellingin, zwei bekannte Felsen vor der Küste von Eysturoy. Auf Deutsch werden sie der Riese und die Hexe genannt.
Nach der Legende wollten ein Riese und eine Hexe die Färöer nach Island ziehen. Das gelang ihnen nicht. Als die Sonne aufging, verwandelten sie sich in Stein. Seitdem stehen sie dort im Meer. Ob du die Geschichte glaubst oder nicht: Sie macht die Aussicht noch etwas interessanter.
Bei klarem Wetter kannst du die Felsen von Tjørnuvík aus gut sehen. Bei Nebel oder schlechter Sicht ist das natürlich schwieriger. Das solltest du auf den Färöern immer beachten: Du kannst einen Ort perfekt planen, aber am Ende bestimmt das Wetter, was du wirklich siehst.
Waffeln in Tjørnuvík
Ein schöner Tipp für Tjørnuvík sind die lokalen Waffeln. In der Hauptsaison verkaufen Einwohner manchmal färöische Waffeln mit Kaffee oder Tee direkt aus ihrem Haus oder ihrer Garage.
Verlass dich aber nicht darauf. Solche Orte haben häufig keine festen Öffnungszeiten, wie du sie vielleicht aus Deutschland oder den Niederlanden kennst. Manchmal ist geöffnet und manchmal nicht. Sieh es deshalb als schönen Bonus, wenn du Glück hast, und nicht als festen Teil deiner Planung.
Wenn es geöffnet ist: unbedingt machen. Waffeln, Kaffee, Meerblick und ein Dorf am Ende der Straße. Viel typischer für die Färöer kann es kaum werden.


Tjørnuvík mit Fossá und Saksun kombinieren
Tjørnuvík lässt sich sehr gut mit Fossá und Saksun kombinieren. Wir würden diese Orte wirklich als eine gemeinsame Route planen und nicht als drei einzelne Ausflüge. So bekommst du an einem Tag eine schöne Mischung aus Dörfern, Wasserfällen, schmalen Straßen und Aussichten über das Meer.
Fossá liegt an der Route nach Tjørnuvík und ist der höchste Wasserfall der Färöer. Es ist ein kurzer Stopp: parken, aussteigen, schauen und eventuell ein Stück näher herangehen. Lies hier unseren Blog über den Fossá-Wasserfall auf den Färöern.
Saksun liegt etwas weiter im Landesinneren und fühlt sich wieder ganz anders an. Dort findest du einen alten Bauernhof, eine Lagune, Berge und einen Wasserfall. Auch die Straße dorthin ist wunderschön. Lies hier unsere Erfahrungen mit Saksun auf den Färöern.
Eine logische Reihenfolge ist: zuerst Saksun, danach Fossá und zum Schluss Tjørnuvík. So endet dein Tag am Meer mit Aussicht auf Risin og Kellingin. Natürlich kannst du die Route auch umgekehrt fahren. Das hängt davon ab, wo du übernachtest und wie das Wetter ist.
Wie viel Zeit brauchst du in Tjørnuvík?
Für Tjørnuvík selbst brauchst du keinen halben Tag. Plane etwa 30 bis 60 Minuten ein, wenn du in Ruhe durch das Dorf läufst, zum Strand gehst und Fotos machst. Die Fahrt dauert vielleicht länger als dein Aufenthalt im Dorf. Du kannst in der Umgebung aber auch noch eine kurze Wanderung machen.
Wenn die Waffeln verkauft werden und du dort sitzen möchtest, bleibst du natürlich etwas länger. Bei schönem Licht oder ruhigem Wetter kann Tjørnuvík auch so ein Ort sein, an dem du länger bleibst als geplant. Praktisch gesehen ist es aber vor allem ein kurzer und schöner Stopp.
Gerade deshalb lässt sich das Dorf so gut mit Saksun und Fossá kombinieren. Du musst dich nicht zwischen diesen Orten entscheiden. Du kannst sie problemlos in einer Route besuchen.
Parken in Tjørnuvík
In Tjørnuvík kannst du im Dorf oder in der Nähe parken. Der Ort ist klein. Erwarte deshalb keinen riesigen Parkplatz. Stell dein Auto ordentlich ab und blockiere keine Straßen, Einfahrten oder Durchgänge für die Einwohner. Es gibt eine Ampel, die alle paar Minuten zwischen Grün und Rot wechselt. Dadurch kann das Ein- und Ausfahren am Parkplatz manchmal etwas schwierig sein. Meistens wird aber schnell wieder ein Platz frei.
Das klingt logisch. Auf den Färöern kommst du aber häufig in kleine Dörfer, in denen Touristen und Einwohner denselben kleinen Raum nutzen.
Fahr nicht mit der Erwartung nach Tjørnuvík, dort ein lebhaftes Dorf mit vielen Restaurants zu finden. Sieh es als einen Ort, an dem du kurz aussteigst, herumläufst und die raue Nordseite von Streymoy erlebst.
Für uns war Tjørnuvík vor allem ein schöner Abschluss einer Route entlang von Saksun und Fossá. Schon die Straße dorthin ist besonders. Der schwarze Strand am Ende fühlt sich wie ein logischer Endpunkt an. Manchmal muss ein Ort nicht mehr sein als das.
Übernachten bei Tjørnuvík
In Tjørnuvík selbst ist die Auswahl an Unterkünften begrenzt. Praktischer ist eine Übernachtung in Tórshavn, Kollafjørður oder an einem zentralen Ort auf Streymoy. Wir übernachteten selbst in einem Bootshaus in der Nähe von Kollafjørður. Die Lage war praktisch für eine Route nach Saksun, Fossá und Tjørnuvík.
Möchtest du mehrere Tage an einem praktischen und zentralen Ort auf den Färöern wohnen? Dann ist Tórshavn häufig die einfachste Wahl. Dort findest du mehr Restaurants, Geschäfte und Unterkünfte. Möchtest du ruhiger wohnen, solltest du nach Unterkünften auf Streymoy außerhalb der Stadt suchen.

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